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wofür  wohl  das  des  Geldstückes,  mit  dem  er  entrichtet  wurde
(der  Pfennig)  massgebend  gewesen  ist.  Die  so  gekürzte  und  geänderte
  Form  des  Althochdeutschen  hat  sich  dann  gegen  die
andern  ausgebreitet,  so  dass  sich  schon  altsächsich  neben  tolna
tol,  mittelhochdeutsch  zol,  mittelniederdeutsch  tol  und  tolle,
hierauch  noch  tolne,  aber  immer  als  männlichen  Geschlechts,  findet?).

So  ist  unser  Zoll  unzweifelhaft  ein,  wenn  auch  vielfach  umgewandeltes
  Lehnwort,  welches  seinen  bestimmenden  Begriffs-Bestandtheil,
  den  der  (srenze,  noch  so  deutlich  erkennen  lässt,  dass
es,  wenn  uns  die  Herleitung  noch  so  deutlich  im  Bewusstsein
läge,  wie  bei  neueren  aufgenommenen  Fremdwörtern,  eben  so  gut
eine  Tautologie  wäre,  Grenz-Zoll  zu  sagen,  als  wir  z.  B.  nicht
von  „Cavallerie-Reiterei“  sprechen.  Aber  noch  viel  deutlicher
erkennbar  ist  diese  fremde  Herkunft  bei  dem  statt  des  Wortes
/oll  von  unseren  österreichischen  Brüdern  mit  Vorliebe  angewenddeten
  „Maut“  trotz  seines  so  urdeutschen  Klanges.  Allerdings
scheint  bei  diesem  die  Aufnahme  noch  früher  erfolgt  zu  sein,  als
bei  dem  erstgenannten,  da  es  sich  schon  in  der  gothischen
Sprache  in  der  Form  mota,  motasted  (letzteres  Wort  bei  Ulfilas)
findet.  Aber  dies  ist  lediglich  die  Anpassung  des  im  mittelalterlichen
  Latein  gebrauchten  Wortes  muta  —=  mutaticum,  woraus  neuhochdeutsch
  müte  und  dann  die  jetzige  Form  Mauth,  Maut  entstanden
  ist*..  Und  das  Vorkommen  und  der  Gebrauch  dieses
Wortes  als  dieselbe  Sache,  wie  der  Zoll,  bezeichnend  ist  deshalb
(doppelt  interessant,  weil  wir  in  ihm  enthalten  und  hervorgehoben
finden  den  zweiten  Begriffsbestandtheil,  der  den  Zoll  ausmacht,
nämlich  den  des  Handels,  ja  sogar  noch  mit  besonderer  Bez\ehung
  auf  noch  unentwickelte  Gulturstufen  den  des  Tausch-3)

  S.  Morırz  Heyne.  Deutsches  Wörterbuch  u.  d.  W.  bei  GRIMM.  Die
Herleitung  des  Wortes  Zoll  von  Zahl,  zahlen  durch  Kıvce  ist  eine  müssige
Erfindung,  die  sich  auf  keine  einzige  sprachgeschichtlich  oder  sprachvergleichend
  nachgewiesene  Thatsache  stützt.

4)  S.  Morıtz  Herne  a.  a.  O.  u.  d.  W.