A.  Sicherheitspolizei.  8  59.  307

der  Anzeigepflicht  indessen  dann,  wenn  sie  nicht  von  den  zuständigen.
Organen  oder  von  einzelnen  Personen  zusammenberufen  werden.:)
Die  mit  Korporationsrechten  nicht  versehenen
NReligionsgesellschaften  unterliegen  bei  ihren  zum  Zwecke
gemeinsamer  Religionsübung  abgehaltenen  Versammlungen  nur
den  Beschränkungen  des  Vereinsgesetzes  vom  11.  März  1850,
d.  h.  der  Veranstalter  dieser  Versammlungen  ist  nach  8  1  des
Gesetzes  nur  verpflichtet,  mindestens  24  Stunden  vor  dem
Beginne  einer  jeden  Versammlung  unter  Angabe  des  Ortes
und  der  Zeit  derselben  davon  der  Ortspolizeibehörde  Anzeige
zu  machen..)  Hierbei  bedarf  es  nicht  der  besonderen  Prüfung
der  Frage,  ob  sie  auf  die  Befolgung  religiöser  Zwecke  sich  beschränken
  oder  letztere  nur  als  Deckmantel  für  Bestrebungen
anderer  Art  gebrauchen.)  Die  Religionsgesellschaften  unterliegen
den  Beschränkungen  des  Vereinsgesetzes  nur  in  Betreff  ihrer
zu  gemeinsamer  Religionsübung  abgehaltenen  Versammlungen.“)
Hinsichtlich  des  Einschreitens  wegen  Erteilung  von  Religionsunterricht
  vgl.  Erk.  des  OVG.  vom  21.  November  1891,
Entsch.  22  396.  Irgend  ein  Zusammenhang  der  Bestrebungen
eines  Vereins  mit  der  Religion  macht  den  Verein  noch  nicht
zu  einem  solchen,  der  einen  religiösen  Zweck  verfolgt.ö)
Vereine  für  weibliche  Diakonie  sind  als  Armen=  und
Versorgungsanstalten  im  Sinne  des  §&amp;  43  II  19  ALR.  anzusehen.
Zur  Erwerbung  pon  Grundstücken  bedarf  es  für  solche  Vereine
der  Genehmigung  des  Ministers  des  Innern  und  der  geistlichen
Angelegenheiten.“)
Zu  den  religiösen  Vereinen  gehören  auch  die  Orden  und
Kongregationen  der  katholischen  Kirche.  Der  #&amp;  1  des
Gesetzes  vom  31.  Mai  18757)  hatte  alle  Orden  und  ordens-1)

  Erk.  d.  KG.  vom  2.  März  1885,
Johow,  Entsch.  5  273  und  vom
9.  Mai  1895,  Goltd  Arch.  43  150.

2)  Erk.  d.  KG.  vom  9.  Juni  1890
Jahrb.  f.  Entsch  d.  K.  10  Nr.  99
S.  250  und  Pr  VWl.  12  620  und  Erk.
d.  O#.  v.  23,  Jan.  1903,  Entsch.  42411,
v.  Kptz  Rspr.  2.  Erg.  Bd.  566.

)Ms#tErl.  vom  1.  August  1850,
MstBl.  S.  204.

)  Erk.  d.  KG.  vom  9.  Juni  1890,
Johow,  Entsch.  10  250.

*)  Erk.  d.  OVG.  vom  1.  März

1901,  Entsch.  39  449,  v.  Kptz  Rspr.
2.  Erg.  Bd.  568.

b6t)  Spez  Besch.  dieser  beiden  M.
vom  18.  Juni  1891,  M.  d.  a.  A.  G  I
Nr  10377,  M.  d.  J.  I  B  4931.  Nach
Art.  7  des  Auss  Ges.  vom  20.  Sept.
1899  GS.  S.  187  z.  BGB.  ist  die
staatliche  Genehmigung  zum  Erwerbe
von  Grundstücken  im  Werte  von  mehr
als  5000  Mk.  für  juristische  Personen
allgemein  vorgeschrieben.

7)  GS.  S.  217.

207