Vorwort.

—--.

Dem  Verfasser  der  vorliegenden  Blätter  schwebten  hei
der  Beschäftigung  mit  dem  Thema  seiner  Schrift  „Christus
und  die  Cäsaren“  seine  Anschauungen  über  unser  Zeitalter
und  dessen  Verwandtschaft  mit  der  Zeit  ‘des  aufsteigenden
römischen  Imperatorenthums  vor  Augen.  Neben  den  römischen,
die  ganze  damalige  Welt  umfassenden  Bürgerkriegen,  stand  ihm
der  britisch-amerikanische  Bürgerkrieg,  der  gleichzeitige  innere
Kriegszustand  der  europäischen  Gesellschaft  und  die  Kriegsflamme,
  welche  die  französische  Republik  in  ganz  Europa  anfachte.
  Ebenbilder  der  ersten  römischen  Kaiser  waren  ihm
in  der  Gegenwart  Napoleon  I.  und  die  Fortsetzer  seines  \Verks.
Wie  die  Imperatoren  des  julischen  und  claudischen  Hauses  aus
den  Ruinen  der  Bürgerkriege  die  Volksämter  und  Volksrechte
aufrafften,  sie  in  ihrer  Hand  zusammenfassten  und  sich  zum
obersten  Kriegsherrn,  Träger  des  Tribunals,  Besitzer  der
Initiative  im  Senat  und  zum  Herrn  der  Gesetzgebung  machten,
so  hat  auch  Napoleon  die  Kunst  der  Centralisation  geübt  und
den  Spätern  die  Fortbildung  dieser  Kunst  zur  äussersten  Virtuosität
  überlassen.

Neben  dem  bürgerlichen  und  militärischen  Absolutismus
formte  sich  in  der  religiösen  Welt  der  ersten  römischen  Kaiserzeit
  eine  ähnliche  Centralisation.  Als  die  Bürgerkriege  rings
um  das  Mittelineer  das  Werk  des  republikanischen  Schwerts
an  den  Nationen  und  Aristokratieen  vollendeten,  fanden  sich  die
mit  den  Völkem  und  adligen  Zwischenständen  erniedrigten

Bauer,  Biemarek’sche  Ära.  1