Ludwig  Bamberger’s  „Herr  von  Bismarck.“  36

Schwingungen  der  deutschen  Vereinsmänner  die  terroristische
Spannung,  die  er  für  seine  Bundesorganisation  und  neue  Steuerordnung
  nöthig  hatte.

Mit  Sterbegedauken  wollen  wir  uns  wegen  seiner  Erfolge
nicht  tragen,  so  wenig  wir  uns  für  alle  Leiden,  weiche  den  Genossen
  Bamberger’s  von  ihrem  Meister  täglich  bereitet  werden,
zum  Mitgefühl  erwärmen  können.  Das  Wort,  mit  welchem
Bismarck  seine  Stimmung  gegenüber  dem  Bundestag  im  Anfang
des  Jahres  1854  bezeichnete,  wollen  wir  für  uns  auch  nicht
gebrauchen.  Wir  sind  bei  dem,  was  er  geleistet  hat,  zu  activ
und  persönlich  betheiligt.

Als  die  nationalen  Terrorismen  Griechenlands  mit  einander
stritten,  fiel  unter  ihren  Streichen  manches  der  alten  Heiligthümer,
  mancher  Bau  der  ständischen  Ordnungen,  manches  von
den  Gerüsten  der  bürgerlichen  Klassenreihen  und  diejenigen,
welche  diese  Heiligthümer  und  Ordnungen  mit  ihrer  Kritik  entwerthet
  hatten,  sahen  ihre  Arbeiten  durch  den  äussern  Erfolg
bestätigt  und  begrüssten  mit  Entzücken  den  Anbruch  einer  neuen
Zeit  und  Geistessammlung,  deren  Nahen  sie  selbst  schon  angekündigt
  und  vorbereitet  hatten.

So  atlımen  wir,  wenn  Ähnliches  wie  in  jenen  Gerichtstagen
Griechenlands  und  Roms  vor  unsern  ‚Augen  geschieht,  gleichfalls
auf  und  denken  nicht,  wie  L.  Bamberger  meint,  an’s  Sterben,
weil  das  Gericht  der  Kriege  und  das  allgemeine  Nivellement
unser  Urtheil  über  das  moderne  Alterthum  bestätigt  und
unserer  Arbeit  cin  erweitertes  Feld  schafft.  Die  Organisation
einer  neuen  Welt  wird  auch  nur  gefördert  werden,  wenn  die
angeblichen  Sieger  fortfahren,  durch  ihre  gegenseitigen  Verstimmungen
  und  Zerwürfnisse  für  ihre  Erschöpfung  zu  sorgen.

IV.

Vilbort  und  das  Glück  Bismarck’s.

An  den  Namen  Vilbort  knüpft  sich  die  Geschichte  von
ein  paar  Glückszufällen,  welche  Bismarck  in  zwei  der  bedeutendsten
  Augenblicke  seines  Lebens  begegneten.

Der  erstere,  der  nach  dem  böhmischen  Feldzuge  spielte  und
in  welchem  der  arme  Vilbort  vom  Glück  gemissbraucht  wurde,
ist  zwar  nicht  gerade  gross  zu  nennen,  war  aber  doch  ein

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