Vilbort  und  das  Glück  Bismarck’s.  37

Herr  Vilbort  in  seinen  Beziehungen  zu  Bismarck  und  selbst  in
seinem  Umgang  mit  den  Wagenmeistern  des  königlichen  Trosses
rühmte,  verleidete  den  Lesern  des  Blattes  ihren  Genuss,  Die
patriotischen  Beklemmungen  des  Jahres  1866,  denen  Rouher  in
der  Kammer  einen  beredten  Ausdruck  gab,  wirkten  auch  im
Publikum  nach.

Um  sich  zu  retten,  stellte  sich  der  speculative  Journalist
unter  den  Schutz  Voltaire’s  und  eröffnete  zur  Errichtung  eines
Standbildes  für  diesen  Meister  des  französischen  Geistes  eine
National-Subscription,  für  welche  keine  Gabe  über  einen  halben
Franc  angenommen  werden  sollte.  Im  Ausgang  des  Jahres  1867
ward  die  Subscription  geschlossen;  die  Zahl  der  Unterzeichner
belief  sich  auf  mehr  als  zweimalhunderttausend;  die  für  die
Nationalsache  gebildete  Commission  beschloss  eine  colossale
Copie  des  bekannten  Houdon’schen  Werks  und  die  Regierung
um  die  Überweisung  eines  schicklichen  Platzes  für  das  Monument
in  Paris  zu  ersuchen.

Im  Juni  1870  war  der  Guss  der  Statue  gelungen  und  nur
noch  das  Fussgestell  mit  der  Inschrift:  „A.  Voltaire,  souseription
populaire,“  zu  vollenden.  Eine  kaiserliche  Verfügung  hatte  für
das  Standbild  die  Place  de  Rennes  bestimmt,  da  aber  dieselbe,
als  es  am  14.  August  zur  Aufstellung  kam,  noch  nicht  fertig
war,  wies  der  damalige  Seinepräfekt  dem  Nationaldenkmal  den
Square  Monge  als  provisorischen  Platz  an.

Hätte  der  Seher  des  achtzehnten  Jahrhunderts  durch  seine,
auch  in  der  Bronze  brennenden  Augen  blinzeln  können,  welchen
Eindruck  mussten  dann  die  wechselnden  Scenen  auf  ihn  machen,
die  sich  seit  jenem  Tage  zu  seinen  Füssen  einander  drängten.
Schon  am  Tage  der  Aufstellung  waren  die  Herzen  derjenigen,
die  ihm  huldigen  wollten,  durch  die  Niederlagen  von  Weissenburg
  und  Wörth  erschüttert;  bald  darauf  kam  die  Nachricht
von  den  unglücklichen  Schlachten  bei  Metz  und  durchfuhr  die
Herzen  der  Hauptstadt.  Als  die  versprengten  Flüchtlinge  von
Sedan  heimkeuchten,  konnte  der  Houdon’sche  Scher  erkennen,
dass  die  Tage  des  Imperators  vorbei  waren,  und  nachdem  die
Haufen  des  neuen  Babylon  vor  seinen  Füssen  mit  Hochrufen
auf  die  Republik  sich  hin  und  her  gewälzt  hatten,  bot  sich  ihm
das  unerwartete  und  für  ihn  seltsame  Schauspiel,  dass  die  Landbewohner
  der  Vendee  und  Bretagne  unter  der  Führung  ihrer
Pfarrer,  mit  wehenden  Heiligenbildern  und  Psalmen  singend  in