Vilbort  und  das  Glück  Bismarck’s.  43

zu  finden  glaubte.  \er  übrigens  den  rechtschaffnen  lustigen
Humor  kennen  lernen  will,  mit  dem  sich  Voltaire  1750  und  51
in  Potsdam  und  Berlin  bewegte,  lese  seine  Briefe  an  den
Schleicher  Formey  in  der  1788  zu  Paris  erschienenen  Schrift:
„Frederic  II,  Voltaire,  .....  .  veng&amp;s  du  seeretaire  ...  .  Formey.“

Voltaire  hat  die  Belagerung  von  Paris  nicht  ohne  Beschädigung
  bestanden.  Das  Stück  einer  preussischen  Granate  riss
ihm  den  linken  Fuss  weg.  Der  Samariter  Thiers  liess  ihn  aber
kuriren  und  im  Juni  1872  von  neuem  nach  dem  Square  Monge
rollen.  Hypochondrische  Gemüther  fürchteten  damals,  dass  diese
Wanderung  das  Vorspiel  für  die  letzte  in  irgend  einen  versteckten
  Schuppen  sein  könne.  Eine  solche  Versetzung  des
Aufklärers  und  Imperatorensuchers  in  ein  dunkles  Verliess  würde
auch  der  Verdüsterung  entsprechen,  welche  der  Druck  der
französischen  Siegesbeute  über  die  Gemüther  in  Berlin  gebracht  hat.

Y.
Napoleon  Ill.  als  Gehilfe  Bismarck’s.

„Er  ist  unser  Cavour,  ganz  Cavour,  wie  er  leibt  und  lebt“,
soll  General  Govone  bei  seiner  Rückkehr  von  seiner  Berliner
Mission  im  April  1866  gesagt  haben,  als  man  ihn  in  Florenz
nach  dem  Wesen  und  Gethue  des  preussischen  Ministerpräsidenten
  fragte.

Bei  den  ersten  Wahlen  für  den  Norddeutschen  Reichstag
war  der  Vergleich  Bismarck's  mit  dem  Gründer  der  italienischen
Einheit  ein  Lieblingsthema  der  Candidatenreden  und  in  den  Zeitungen
  stritt  man  sich  über  die  Grenzen,  in  denen  eine  Zusammenstellung
  beider  Männer  zulässig  sei.  Aber  auch  schon
vor  der  Berufung  Bismarck's  an  die  Spitze  des  preussischen
Ministeriums  wurde  die  Bedeutung  eines  Mannes,  auf  den  sich
die  Hoffnungen  der  Gegner  Oesterreichs  richteten,  danach  abgemessen,
  ob  man  in  ihm  den  deutschen  Cavour  haben  wird.

So  galt  z.  B.  Graf  Albert  Pourtales,  der  im  Jahre  1861
als  der  künftige  Minister  des  Auswärtigen  ins  Auge  gefasst  war,
aber  Ende  desselben  Jahres  als  preussischer  Gesandter  in  Paris
starb,  im  Kreis  seiner  Freunde  (vergleiche  die  1862  zu  Berlin
und  vor  der  Berufung  Bismarck’s  erschienene  Schrift:  „Graf
Pourtales“  von  Fr.  von  Thiclau)  als  der  Mann,  der  die  deutsche