48  Napoleon  III.  als  Gehilfe  Bismarck's,

Meister  der  deutschen  Nation  und  erklärte,  dass  die  Erneuerung
des  Zollvereins  und  die  Aufnahme  der  noch  widerstrebenden  Regierungen
  in  die  Wohlthaten  desselben  von  der  vollständigen  Ausführung
  des  Programms,  zu  dem  sich  Preussen  durch  Abschluss
des  Vertrags  bekannt  habe,  abhängig  und  auf  Nachgiebigkeit,
so  lange  die  gegenwärtige  Regierung  am  Ruder  bleibe,  nicht  zu
rechnen  sei.

Elf  Tage  vor  der  Unterzeichnung  des  Vertrages  hatte
Preussen  das  Werk  Victor  Emanuel’s  und  wiederun  elf  Tage
vor  diesem  preussischen  Schritt  hatte  Russland  das  Königreich
Italien  anerkannt,  —  ein  Zeugniss  von  der  combinirten  Wirksamkeit
  Bismarck’s  in  Paris  und  Petersburg.

Es  war  ein  Glück  für  Bismarck,  dass  Napoleon,  während
der  preussische  Conflict  wegen  der  Durchführung  der  Militär-Organisation
  tobte,  seine  geistigen  und  militärischen  Kräfte’  in
dem  mexikanischen  Abenteuer  und  in  dem  Depeschenwechsel
wegen  der  polnischen  Autonomie  verzettelte,  also  den  politischen
Markt,  auf  dem  er  mit  dem  preussischen  Minister  handeln  und
ihn  womöglich  überlisten  wollte,  nicht  mehr  beherrschen  konnte,
—  auch  ein  Glück,  dass  der  Ritter  des  Nationalitätsprinzips  sich
den  Anträgen  Englands  zur  Unterstützung  Dänemark’s  in  der
schleswig-holsteinischen  Sache  entzug.

Nach  dem  Anbruch  der  mexikanischen  Katastrophe  blieb
ihm  nur  noch  die  Hoffnung  auf  das  Chaos  übrig,  welches  er  sich
von  dem  Bismarck’schen  Unternehmen  gegen  Österreich  versprach.
Sein  Grimm  und  Unwille  waren  daher  gross,  als  1865  die
August-Convention  von  Gastein  zwischen  den  beiden  Nebenbuhlern,
  auf  deren  baldigen  Krieg  er  rechnete,  noch  einmal  eine
Verständigung  herbeizuführen  schien.  Der  unglückliche  Drouin
de  Lhuys,  den  er  so  wenig  wie  den  Grafen  Benedetti  auf  seinem
gefährlichen  Posten  in  Berlin  über  die  geheimen  Fäden  seiner
Politik  im  Laufenden  erhielt,  der  also  auch  nicht  wissen  konnte,
dass  jener  Friede  wegen  der  diplomatischen  Unfertigkeit  Preussens,
welches  die  Unterhandlungen  mit  Italien  erst  leise  angeknüpft
hatte,  und  wegen  der  militärischen  Nichtbereitschaft  Österreichs
nur  ein  Waffenstillstand  war,  musste  für  die  Verlegenheit  seines
Herrn  schwer  büssen.  Er  sah  sich  gezwungen,  die  Rolle  des
diplomatischen  Biedermannes  zu  spielen  und  in  seinem  Cirkular
an  die  Vertreter  Frankreichs  ein  klägliches  Lamentoso  über  die
Nichtbeachtung  des  Nachfolgerechts  (des  Augustenburgers)  in