Die  deutsche  Gewerbenoth  in  der  Bismarck’schen  Ära,  116

Gründung  eines  eigenen  technischen  Instituts  noch  entgegensteht,
glücklich  erledigen  wird,  ist  noch  eine  Frage  der  Zukunft.

In  der  Sitzung  des  preussischen  Abgeordnetenhauses  vom
1.  December  1879  wurde  der  Übelstand  zur  Sprache  gebracht,
dass  das  preussische  meteorologische  Institut  zu  Berlin,
während  überall,  so  auch  von  Seiten  der  deutschen  Seewarte,
bei  wissenschaftlichen  Publikationen  die  Barometerstände  im
metrischen  Maasse,  die  Temperaturen  nach  der  hunderttheiligen
Scala  angegeben  werden,  noch  immer  sich  des  alten  Pariser
Maasses  und  der  Reaumurschen  Scala  bedient.  Der  Regierungs-Commissar
  erwiderte,  dass  die  Reorganisation  des  meteorologischen
Instituts  neue  meteorologische  Instrumente  erfordere,  zu  deren
Anschaflung  die  zur  .  Verfügung  stehenden  Mittel  nicht  ausreichen.
  Jedoch  wardas  meteorologische  Institut  den  öfters  erhobenen
  Klagen  soweit  entgegengekommen,  dass  es  seinen  Stationen  in
einem  Circular  vom  November  gemeldet  hatte,  es  würde  ihnen,
da  neue  Instrumente  nicht  beschafft  werden  könnten,  gedruckte
Tafeln  zur  täglichen  Umrechnung  der  alten  Maasse  in  die
neuen  schicken.

Eine  andere  Kostenfrage  gelangte  indessen  wirklich  zu  ihrer
Lösung.  Professor  Reuleaux,  der  sich  auch  an  der  Denkschrift
für  Hebung  der  Präcisionsmechanik  betheiligt  hatte,  machte  im
Frühjahr  1878  auf  die  nachtheiligen  Folgen  des  Grundsatzes:
„Billig  und  schlecht“  für  die  Civilstandsregister  aufmerksam,
deren  dünnes,  durchschlagendes  und  leicht  reissendes  Papier  in
verhältnissmässig  kurzer  Zeit  dem  natürlichen  Auflösungsprocess
unterliegen  müsse.  Allein  eine  in  Folge  dieser  Anregung  vom
Berliner  Magistrat  berufene  Versammlung  der  hauptstädtischen
Standesbeanten  musste  von  einem  ihrer  Mitglieder  vernehmen,
dass  die  Regierung  in  Potsdam,  bei  der  er  schon  vor  Jahr  und
Tag  wegen  des  ungeeigneten  Papiers  der  Standesämter  Klage
geführt  hatte,  ihn  auf  die  Unerschwinglichkeit  der  Kosten
für  besseres  Papier  verwiesen  habe.  Nach  längeren  Verhandlungen
  zwischen  den  Behörden  konnte  jedoch  der  Minister  des
Innern,  nach  Anhörung  einer  technischen  Deputation,  im  Ausgang
  des  Januar  1879  den  Standesämtern  die  Anschaffung  eines
Papieres  von  genau  vorgeschriebenem  Gewicht  anbefehlen.  Das
Jahr  darauf  kamen  Ende  des  Januar  in  dem  bayerischen  Abgeurdneteuhause
  ähnliche  Klagen  über  das  Papier  der  Standesämter
  und  neueren  archivalischen  Schriftstücke  zur  Sprache

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