188  Eine  Stimme  aus  der  neuen  Ära  über  die  Isolirten.

nung  des  Weltalls  und  die  \Vohlgestimmtheit  des  Innern  zur
Harmonie  verschmilat.

Mein  Recensent  vermisst  an  diesen  Ausführungen  die  rechte
„Vertiefung“  und  meint,  ieh  hätte  mir  dabei  doch  die  „Hegelschen
Termini:  An  sich,  Für  sich  u.  s.  w.“  recht  klar  machen  sollen.
„An  sich“,  unter  dieser  verschleiernden  Vertiefung  will  er  es
wohl  zugeben,  „haben  die  Cäsaren  wirklich  dem  Christenthum  vorgearbeitet,
  aber  nur  an  sich.“

Freilich  hätte  mir  die  Versuchung  nahe  liegen  können,  das
„An  sich"  meiner  Parallele  mit  auf  den  Weg  zu  geben,  um  vielleicht
Missverständnissen  und  Übertreibungen,  mit  denen  man  meiner
Würdiguug  der  Kaiser  zu  Leibe  gehen  möchte,  zuvorzukommen.
Allein  das  wäre  doch  nur,  von  dem  Altfränkischen  der  Sprache
abgesehen,  von  mir  persönlich  schwach  und  noch  dazu  eine
Schwächung  der  Sache  gewesen,  weil  dann  die  Tiefe,  bis  zu  welcher
die  plastischen  Charakterzüge  der  Cäsaren  in  die  Seele  der  Zeitgenossen
  einschnitten  und  auch  die  Neuerer  ergriffen,  nicht  zur
Anerkennung  gekommen  wäre.

Wo  sich  nur  ein  Freiheitsgefühl  regt  und  die  Isolirten  der
macedonischen  und  römischen  Imperatorenzeit  fortwirken,  möchte
mein  Recensent  zuschlagen  und  die  Regung  ersticken.  So  findet
er  die  „wunderlichste  Verirrung“  in  der  Waffe,  die  ich  den  Kindern
der  Isolirten  auf  ihrer  Wanderung  durch  das  Mittelalter  bis  in  die
Gegenwart  in  die  Hand  gegeben  habe.  Es  ist  „das  Schwert  der
Stoa,“  von  dem  er  meint,  dass  „es  niemals“  zu  etwas  gut  war,
als  dass  sich  die  Isolirten  in  dasselbe  stürzten.“  Aber  es  steht
Matth.  10,  34  geschrieben:  „Glaubet  nicht,  dass  ich  gekommen  bin,
Frieden  auf  die  Erde  zu  bringen;  ich  bin  gekommen,  das  Schwert
in  die  Welt  zu  werfen.“  In  den  Schulen  Athens  und  in  dem  Fass
des  Diogenes  war  die  Waffe  des  Gewissens  und  der  Überzeugung
geschmiedet,  mit  welcher  die  geistlichen  Erben  des  griechischen
Freiheitsaufstandes  im  Mittelalter  die  \Welt  davor  bewahrten,  dass
das  Kaisertlium  der  deutschen  Nation  in  türkischen  Absolutismus
endigte;  noch  jetzt  beschränken  sie  doch  wenigstens  etwas  die
Dietatur  einer  parlamentarischen  Majorität;  jenseits  des  Oceans
haben  sie  aber  einen  neuen  Welttheil  für  die  Freiheit  erobert.
William  Penn  und  sein  Dogmatiker  Barelay  erneuerten  in  ihrem
Kaınpf  für  die  innere  Stimme  der  Quäkergemeinde  die  Schule
von  Athen,  ihre  Freunde  brachten  den  Freiheitsgeist  der  Stoa  nach
den  Wäldern  von  Rhode  Island  und  edle,  hohe  K’rauen  kamen  aus