1.)  B.  V.  Ephraim’s  Mission  in  Paris  und  Danton  bei  Valmy.  195

die  Initiative  des  Vorschlags  und  die  Sanction  des  etwaigen
Kriegsbeschlusses.

Noch  im  November  desselben  Jahres  schickte  Friedrich
Wilhelm  den  Benjamin  Veitel  Ephraim,  Sohn  jenes  Ephraim,
der  besonders  im  siebenjährigen  Kriege  Friedrich  II.  als  Münzagent
  zur  Seite  gestanden  hatte,  mit  einer  Mission  nach  Paris.
Dieser  thätige  Agent  war  kurz  vorher  aus  den  Niederlanden
zurückgekehrt,  wo  er  den  Belgiern  die  nachdrücklichste  Unterstützung
  von  Seiten  Preussens  zuzusichern  hatte,  falls  Österreich
nicht  mit  den  Türken  Frieden  schliessen  sollte.  Das  erste  Wort,
init  welchem  ihn  der  König  bei  seiner  Rückkehr  in  Breslau  empfing,
  war:  „ihm  den  (damals  zu  Stande  gekoinmenen)  Reichenbacher
  Frieden  zu  verdanken.“  Friedrich  Wilhelm  fühlte  sich
noch  durch  diese  Convention  beglückt,  merkte  aber  allmälig,
dass  die  Vermittelung,  die  er  nach  dem  Reichenbacher  Abkommen
gemeinschaftlich  mit  England  zwischen  den  aufständischen  Belgiem
  und  dem  Kaiser  herbeizuführen  hatte,  nur  zum  Vortheil
Österreichs  ausfallen  würde,  da  das  Londoner  Cabinet  in  der
Befestigung  der  kaiserlichen  Herrschaft  über  Belgien  die  sicherste
Garantie  für  seine  Interessen  und  für  die  Eindämmung  Frankreichs
  erblickte.  So  fasste  er  nun  Paris  ins  Auge  und  cröffnete
den  Ephraim  (siehe  dessen  Schrift:  „über  meine  Verhaftung  und
einige  andere  Vorfälle  ıneines  Lebens“,  Berlin  1807):  „er  solle
nach  Paris  gehen  und  schen,  ob  er  nicht  unter  dem  Vorwand
eines  Commerztractats  eine  Allianz  abschliessen  kann.  Wenn
er  die  Sache  gut  macht,  setze  ich  ihn  in  ein  Departement.“

Der  Geheime,  der  neben  und  unabhängig  von  dem  Grafen
Goltz  die  wechselnden  Elemente  des  damaligen  Paris  für  die
Zwecke  Friedrich  Wilhelm’s  studiren  und  bearbeiten  sollte,  bemerkte
  aber  bei  dem  Minister  Montmorin  sogleich  in  der  ersten
Besprechung  (im  Anfang  des  Novenber  1790)  einen  Widerwillen
gegen  Alles,  was  der  Revolution  nur  den  geringsten  Vorschub
geben  konnte.  Das  heisst,  der  Minister  eines  Königs,  der  bei
sich  zu  Hause  seine  Autorität  sich  zerbröckeln  salı,  hatte  keine
Neigung  dazu,  in  dem  Nachbarstaate,  im  Hause  des  Kaisers,
des  Anverwandten  seiner  Königin,  den  schon  erlöschenden  Heerd
des  Aufstandes  wieder  anzufachen.  Jedenfalls  täuschte  sich  auch
Montmorin  darüber  nicht,  dass  England  die  zu  Reichenbach  versprochene
  Vermittlung  nicht  zum  einscitigen  Vortheil  der  Aufständischen
  durchführen  und  vielmehr  Alles  dazu  thun  würde,

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