196  Friedrich  Wilhelm  II,  König  von  Preussen  und  Danton.

dass  dem  Kaiser  die  belgische  Barriere  gegen  Frankreich  gesichert
  bliebe.

Mehr  Glück  hatte  Ephraim  beim  diplomatischen  Ausschuss
der  Nationalversammlung,  besonders  aber  bei  Mirabeau,  mit
dem  er  bis  zu  dessen  Anfangs  des  April  1791  erfolgten  Tode
viel  verkehrte  und  der  sich  schon  bei  seiner  geheimen  Mission
in  Berlin,  in  den  ersten  Monaten  der  Regierung  Friedrich
Wilhelm’s,  als  Freund  einer  preussisch-französischen  Allianz
einen  Namen  gemacht  hatte.  Barnave,  mit  dem  er  öfters,  wie
mit  dem  gleichgesinnten  Duport  tafelte,  hatte  sich  im  Mai  1790
als  gefälliger  Freund  Preussens  bewähıt.

Indessen  trübten  sich  die  Aussichten,  an  denen  er  sich  in
den  Gesprächen  mit  geistesverwandten  Politikern  erfreute.  Die
Letzteren  schlossen  sich  der  königlichen  Sache  selber  an,  als  die
Wogen  der  Bewegung  nach  der  verunglückten  Flucht  des  Königs
(im  Juni  1791)  gegen  den  Thron  lebhafter  anschlugen.  Ein
royalistisches  Blatt,  eine  Nachahmung  von  Marat’s  „Volksfreund“,
fing  sogar  an,  den  geheiinen  Agenten  zu  verfolgen  und  wegen
seiner  Umtriebe  gegen  die  Sicherheit  des  Staats  anzuklagen.
Die  Sache  kam  unter  der  Form,  dass  der  Berliner  Emissir  an
einer  Vereinbarung  zwischen  Frankreich  und  Preussen  zur  Eindämmung
  der  französischen  Volksbewegung  arbeite,  an  den
Untersuchungsausschuss  der  Nationalversammlung.  Jedoch  fellte
es  ihm  in  diesem  nicht  an  thätigen  Freunden,  die  sich  beeilten,
ihn  am  Morgen  nach  dem  Blutbade,  in  welchem  die  republikanische
  Kundgebung  am  17.  Juli  auf  dem  Marsfeld  erstickt
war,  im  Gefängniss  der  Abtei  der  \Wuth  des  Volks  zu  entziehen.
Und  auch  hier  traf  es  sich  so  glücklich,  dass  die  vereinigten  Commissäre
  des  Untersuchungs-  und  des  Berichterstattungs-Ausschusses
aus  dem  ihnen  dargebotenen  Portefenille  seiner  Correspondenz
mit  seinem  Könige,  welches  ihm,  dem  preussischen  Geheimenrath,
bei  der  Beschlagnahme  seiner  Papiere  uneröffnet  geblieben  war,
gerade  solche  Schriftstücke  herauszogen,  in  denen  er  Friedrich
Wilhelm  jede  Einmischung  in  die  französischen  Angelegenlieiten
widerrieth.

Am  21.  Juli  befand  er  sich  wieder  in  Freiheit;  allein  trotz
des  Rückhalts,  den  er  an  seinen  Freunden  besass,  fühlte  er  unter
dem  Pflaster  von  Paris  die  Vorboten  eines  nahenden  Erdbebens.
Im  Anfange  des  August  reiste  er  nach  Berlin  zurück,  nachdem
er  noch  zum  Abschied  von  einigen  Blitgliedern  des  diplomatischen