1.)  B.  V.  Ephraim’s  Mission  in  Paris  und  Danton  bei  Valmy.  197

Ausschusses  zu  einem  Gastmahl  bei  Mehu  eingeladen  war.  Als
er  zu  Hause  eintraf,  war  der  Pillnitzer  Vertrag  vom  27.  August
1791  abgeschlossen,  in  welchem  Friedrich  Wilhelm  und  der
Kaiser  die  gegenwärtige  Lage  des  Königs  von  Frankreich  als  einen
Gegenstand  des  gemeinsamen  Interesses  aller  Souveräne  Europa’s
bezeichneten  und  ihren  Beschluss  verkündigten,  mit  den  Monarchen,
die  ihrem  Aufruf  zu  gemeinsamer  That  folgen  würden,  die  nothwendigen
  Mittel  zu  ergreifen,  um  Ludwig  XVI.  für  die  Aufrichtung
  eines  monarchischen  Gouvernements  beizustehen.

Jetzt  war  es  mit  Aufträgen,  wie  sie  Goltz  bei  Pethion  zur
Schwächung  der  königlichen  Initiative  ausführte,  vorbei,  —  auch
mit  Ephraim’schen  Missionen  zur  Anfachung  eines  populären
Aufstandes.  Dafür  erhob  sich  in  Paris  eine  revolutionäre  Regierung
  und  es  konnten  sich  inmitten  derselben  und  unter  ihren
Dienern  Freunde  finden  lassen,  mit  denen  sich  geheime  Verbindungen
  für  das  Losungswort  des  Tages  —  die  Wiederherstellung
  des  legitimen  Throns  —  anknüpfen  liessen.  Mit
diesem  neuen  Arbeitsfeld  war  Preussens  Macht  in  unmittelbare
Berührung  getreten,  als  Friedrich  Wilhelm  an  der  Spitze  der  alliirten
  preussischen  und  österreichischen  Truppen  und  gegenüber  dem
Heerhaufen  der  neuen  französischen  Regierung  bei  Valmy  stand.

B.  V.  Ephraim  stand  der  Angelegenheit,  um  die  es  sich  im  September
  1792  handelte,  wieder  nicht  fern.  Noch  ehe  die  Katastrophe
in  der  Champagne  zum  Ausbruch  kam,  hatte  er  in  ein  paar  Denkschriften
  an  den  Herzog  von  Braunschweig  und  an  Bischofswerder,
  den  Förderer  des  verhängnissvollen  Kriegszugs,  seine
Kenntniss  der  französischen  Parteien  für  den  Rath  verwerthet,
dass  man  am  Besten  thäte,  den  revolutionären  Krater  Frankreichs
  in  sich  selbst  austoben  zu  lassen.  Wahrscheinlich  hatte
er  auch  angedeutet,  wie  man  sich  in  der  „Oppositionspartei“
Einfluss  verschaffen  könne.  Nach  dem  Rückzug  aus  der  Champagne
  wurde  er  nach  Frankfurt  berufen,  um  daselbst  im  königlichen
  Hauptquartier  sein  Licht  scheinen  zu  lassen.

Indessen  gab  es  in  Paris  einen  Mann,  der  an  der  Spitze
jener  sogenannten  Oppositionspartei  stand.  Derselbe  hatte
sich  mit  dem  Donner  seiner  Stimme  und  mit  den  Kraftstücken
  seiner  Drohungen  gegen  Hof  und  Adel  den  Ruf  des
äussersten  Revolutionärs  erworben  und  sah  es  nicht  ungern,  wenn
seine  Person  durch  den  Vorwurf,  er  sei  der  eigentliche  Anstifter
und  Leiter  der  Septembermorde,  einen  düsteren  Hintergrund  er-