1.)  B.  V.  Ephraim’s  Mission  in  Paris  und  Danton  bei  Valmy.  199

zum  20.  September  im  Koth  und  unter  brausendem  Unwetter
lagerte,  mussten  die  Officiere  ruhig  zusehen,  wie  die  Leute  zum
Schutz  gegen  die  schneidende  Kälte  in  die  Dörfer  liefen  und
was  ihnen  an  Holzwerk  in  die  Hände  fiel,  Hausgeräth  bis  auf
die  Wagen  und  Karren  zusammenschleppten  und  ein  Feuer  wie
in  der  llölle  anmachten.  Daneben  wurde  auch,  da  die  Proviantwagen
  in  den  grundlosen  Wegen  weit  zurückgeblieben  waren,
nach  Lebensmitteln  gesucht  und  gingen  die  Bauernhöfe,  Scheunen
und  Ställe  in  Feuer  auf.

Die  Stimmung  der  Armee  war  unter  diesen  Umständen  sehr
gedrückt.  Die  Officiere  waren  Politiker  geworden  und  ergingen
sich  in  lauten  Raisonnements;  schon  vor  dem  Tage  von  Valny
hatten  sie  sich  darüber  ausgesprochen,  dass  sie  sich  nichts
Gutes  vermutheten.  Als  der  classische  Zeuge  jener  Zeit,  Laukhard,
  auf  dem  Rückzuge  unter  seiner  Muskete  zu  Kameraden
von  der  ungünstigen  Lage  gegenüber  den  unternehmenden  Franzosen
  sprach,  begnügten  sich  seine  Vorgesetzten  mit  der  Mahnung,
er  möge  im  Reden  nur  behutsamer  sein  und  immer  zusehen,  mit
wem  er  zu  schaffen  hätte.

Der  Ilerzog  von  Braunschweig  war  nicht,  wie  ınan  gewöhnlich
annimınt,  das  unschuldige  Schlachtopfer  des  Vertrauens,  mit
welchem  sein  Gebieter  sich  auf  die  Luftschlösser  der  Emigrirten
verliess;  er  glaubte  selbst  an  deren  Schilderung  der  feindlichen
Armee.  Dem  Generallieutenant  von  Schlieffen  meldete  er  z.  B.
am  18.  September  1791  die  Versicherung  des  ausgewanderten  und
soeben  bei  ihm  weilenden  Generals  Lambert,  dass  im  Fall  des
Kriegs  die  Linientruppen  zun  König  von  Preussen  übergehen
würden  und  ein  Winterfeldzug  gegen  die  Nationalgarden  hinreiche,
um  sie  zu  Paaren  zu  treiben,  ohne  diese  Weissagung  auch  nur  im
Mindesten  zu  bezweifeln.  Und  am  3.  Februar  1792  schreibt  er
an  denselben  Helden  von  Lüttich,  welcher  eine  möglichst  ernste
Auffassung  des  Kriegs  mit  Frankreich  anrieth,  es  sei  „ein  unlösbares
  Problem,  wie  dieses  unglückliche  Land  bei  seiner  Schuldenlast
  mit  seinem  Deficit  und  mit  seiner  incompletten,  desorganisirten
und  gegen  ihre  uneinigen  Generale  mit  Misstrauen  erfüllten  Armee
“die  Hilfsmittel  zu  einem  Widerstande  finden  könne.“

Von  einem  Manne,  der  sich  doch  in  der  Auswahl  seiner  Stellungen
  und  Bewegungen  während  der  Rheincampagne  des  Jahres
1793  als  gelehrten  Militär  zeigte,  kann  man  das  militärische
Unding  seines  Feldzugsplans  gegen  Paris,  wie  er  bedeutende