1.)  B.  V,  Ephraim’s  Mission  in  Paris  und  Danton  bei  Valmy.  203

seiner  lebhaften  Zärtlichkeit  bereiteten.  Ihr  letzter  Brief,  der
ihn  in  Frankreich  traf,  brachte  ihn  so  auf,  dass  er  zur  Scheidung
schritt;  sie  hatte  sich  freimüthig  über  den  Leichtsinn  eines
Feldzugs  ausgesprochen,  den  er  mit  200,000  Preussen  und  150,000
Österreichern  hätte  antreten  müssen.

Diese  bittere  Erfahrung  hinderte  ihn  nicht,  in  seinem  Hauptquartiere
  zu  Frankfurt  der  durch  Geist  und  Schönheit  ausgezeichneten
  Tochter  des  Banquier  Bethmann  seine  Hand  anzutragen,
  dieselbe  wies  aber  das  Anerbieten  unerschütterlich
zurück.  Auf  den  Bällen  und  Festlichkeiten  jener  Reichsstadt
sah  man  ihn  zum  letztenmale  in  seiner  heroischen  Manneskraft;
seitdem  zehrten  an  ihm  die  Aufregungen  und  Unglücksfälle  des
französischen  und  des  polnischen  Kriegs;  nach  dem  Frieden  von
Basel  war  sein  Leben  nur  ein  langsames  Hinsiechen.

Für  die  Wiederherstellung  des  französischen  Königthums,
dessen  Sturz  Friedrich  Wilhelm  durch  die  Ankündigung  seines
Feldzugs  wie  durch  die  unbedachte  Ausführung  desselben  nur
beschleunigt  hatte,  war  indessen  Danton  thätig.  Dieser  Deınagoge,
  der  schon  längst  mit  der  Regierung  Ludwig’s  in  Verbindung
  gestauden  hatte,  setzte  seine  Wirksamkeit  nach  dem
Rückzug  der  preussischen  Truppen  fort  und  arbeitete  seit  dem
December  mit  Dumouriez  auf  dem  Belgischen  Boden.  Seine
revolutionären  Reden  und  das  Anschen  seiner  Stellung  im
Convent  als  eines  der  Häupter  der  Bergpartei  dienten  ihm  als
Mittel,  seine  nächsten  Nebenmänner  zu  täuschen  und  zu  umstricken
  und  die  girondistischen  Gegner  trotz  der  Wuth  und  des
Abscheus,  der  sie  gegen  ihn  erfüllte,  zu  retten,  schliesslich  aber
ihre,  hauptsächlich  royalistischen  Vorarbeiten  für  sein  Aufsteigen
zur  Herrschaft  zu  benutzen.  Milde,  Gnade,  Versöhnung
waren  die  Stichworte,  mit  denen  er  in  den  Kampf  zwischen
Bergpartei  und  Gironde  eingriff,  bis  er  in  den  letzten  Monaten
vor  seinem  Ende  sich  den  Ruf  des  sehnlich  Erwarteten  und
Friedensstifters  erworben  hatte,  welcher  die  Wogen  der  Revolution
  besänftigen  würde.

Er  bedurfte  am  meisten  der  Gnade  und  Schonung  für  die
dunkeln  Wege,  auf  denen  er  nach  einer  gesicherten  Macht
strebte.  Ihm  war,  wie  sich  ein  deutscher  Zeitgenosse  und  aufmerksamer
  Beobachter  seiner  Laufbahn  in  Huber’s  „Iriedenspräliminarien“
  (Berlin  1794)  ausdrückt,  ein  König  nöthig,  aber
als  Schildwache,  um  hinter  der  Verschanzung  des  Throns,  frei