2.)  Die  Rheincampagne  von  1793  und  Danton’s  Friedensarbeiten.  211

des  Bundes  der  Erleuchteten  und  Erwählten,  —  was  konnte
neben  diesem  Betriebsamen  und  seines  Gleichen  der  stumme,
stets  sich  verbeugende  und  bei  seinem  Mangel  an  concentrirtem
Willen  immer  der  Verzweiflung  nahe  Braunschweig  bedeuten?

Erwähnen  wir  noch  Haugwitz,  den  Verehrer  des  Propheten
von  Zürich,  und  den  königlichen  Privatsecretär  Lombard,  von
denen  der  Erstere  den  Bund  des  hohen  Beanitenthums  mit  der
ersten  Geliebten  des  Königs,  späterer  Gräfin  Lichtenau,  der
Andere  die  Allianz  mit  Herm  Riez  und  den  Schönheiten  des
Theaters  vertrat,  —  ferner  den  Italiener  Lucchesini,  der  letzte
litterarische  Gesellschafter  Friedrichs,  der  beim  neuen  König  auf
einen  Platz  wartete,  zunächst.  die  Trauerode  für  die  Bestattung
des  verstorbenen  Monarchen  dichtete,  dann  in  der  Finanz  oder
im  Commerce  eine  Stelle  suchte,  bis  er  in  der  Diplomatie  ein
Unterkommen  fand  und  sich  z.  B.  in  den  Allianzverhandlungen
mit  der  Republik  Polen  durch  sein  schroffes  und  übertriebenes
Preussenthum  bemerklich  machte,  —  endlich  den  Obersten
Manstein,  der  als  Ultrapreusse  und  Feind  Österreichs  bei
Valmy  der  rechte  Unterhändler  mit  Dumouriez  war  und  von
diesem  für  die  finstere  und  ungemüthliche  Miene,  mit  der  er
die  hohe  Bedeutung  seiner  Einweihung  in  die  Arbeiten  der
Geisterseher  zur  Schau  trug,  in  einem  seiner  Valmyer  Schriftstücke
  mit  dem  Ehrentitel  des  „vertueux  Manstein"  gefeiert
wurde.

Indem  wir  nun  zu  Danton’s  Wirksamkeit  zur  Förderung
der  preussischen  Sache  im  Sommer  1793  übergehen,  knüpfen
wir  an  folgende  Daten  seiner  angeblich  revolutionären  Betriebsamkeit
  an.  Er  und  sein  Freund  Lacroix  hatten  in  Belgien
mitgewirkt,  als  Dumouriez  im  Januar  seine  hunderttausend
Mann  bis  nach  Aachen  so  vertheilte  und  zersplitterte,  als  ob
bei  Köln  keine  österreichische  Armee  stände,  die  sie  mit  leichter
Mühe  aufrollen  und  vernichten  könnte.  Danton  wartete  in
Belgien,  als  der  General  durch  das  westliche  Flandern  wie  durch
ein  Nadelöhr  kroch,  um  Holland  einzunehmen  und  in,  Amsterdam
die  Freiheit  der  Welt  zu  verkünden,  als  ob  die  Engländer  nicht
schon  ihre  Truppen  zur  Einschiffung  nach  Holland  bereit  hielten.
Danton  kehrte  nach  Paris  zurück,  als  die  Österreicher  von  Köln
her  vorgebrochen  waren  und  Dumouriez,  der  geschickter  als
Hans  Nord  in  die  Flasche  gekrochen  war,  zur  schleunigen
Rückkehr  aus  seiner  Sackgasse  zwangen.  Das  Ganze,  doppel-14°

