2.)  Die  Rheincampague  von  1793  und  Danton’s  Friodensarbeiten.  213

Unterhandlungen  mit  dem  General  (vom  26.  bis  zum  Morgen
des  28.)  im  Moniteur  abdrucken  liess.  In  diesem  mit  frecher
Lustigkeit  abgefassten  Bericht  erzählen  die  Drei,  die  vom
General  Aufklärungen  über  seine  Drohungen  fordern  sollten,
mit  wahrer  Herzensfreude  und  unter  innerlichem  Lachen,  wie
er  gegen  die  „Schurken“  und  745  Tyrannen  des  Convents  loszog
und  ankündigte,  dass  er  mit  seiner  „Mamelucken-Armee“  über
sie  Gericht  halten  und  mit  den  Auswärtigen  Frieden  schliessen
würde.

Dieser  Bericht  sollte  mit  seiner  dramatischen  Färbung  und
lustigen  Offenheit  für  den  General,  der  sich  am  1.  April  noch
nicht  durch  seinen  Galopp  in's  österreichische  Lager  völlig  ruinirt
hatte,  wirken,  die  geheimen  Freunde  in  Paris  ermuthigen  und
die  Gegner  schrecken.  Bald  darauf  musste  aber  Dumouriez
sich  vor  den  Kugeln  der  Freiwilligen  spornstreichs  bei  den
Österreichern  in  Sicherheit  bringen  und  der  Convent,  d.  h.  die
zahlreichen  Mitschuldigen  Danton’s  thaten  inmitten  dieser
Katastrophe  vergesslich  und  drangen  nicht  mehr  auf  den  Bericht
  über  seine  belgische  Mission,  den  er  in  den  zwanziger
Tagen  des  März,  neben  heroischen  Floskeln  über  die  schleunigste
Aufstellung  einer  colossalen  Armee  von  Pikenmännern,  mit  der
wiederholten  Betheuerung,  er  werde  Alles  —  Alles  sagen,  versprochen
  hatte.

Man  muss  die  Verwegenheit  und  Ausdauer  beinahe  bewundern,
  mit  denen  Danton  wenige  Tage  darauf,  nachdem  er  mit
genauer  Noth  einer  völligen  Entlarvung  entgangen  war,  sein
Friedensspiel  mit  den  Auswärtigen  wieder  begann.  Schon  am
13.  April,  als  der  Convent  noch  über  den  Verrath  Dumouriez’
berieth  und  Robespierre  die  Todesstrafe  gegen  Jeden  verlangte,
welcher  eine  Unterhandlung  mit  den  Auswärtigen  beantragen
sollte,  verstand  er  es,  in  die  Formirung  des  Beschlusses  dic
nähere  Bestimmung  zu  bringen,  wonach  nur  mit  Feinden,  „die
nicht  zuvor  die  Souveränetät  des  Volkes  anerkannt  hätten,"
Unterhandlungen  unzulässig  seien.

Er  wollte  sich  trotz  des  belgischen  Missgeschicks  den  auswärtigen
  Regierungen  als  den  Friedensvermittler  der  Zukunft
  empfehlen.  An  sie  war  seine  Rede  gerichtet,  sie  sollten
es  hören,  wie  er  das  „in  einem  früheren  Augenblicke  des  Enthusiasmus
  erlassene,  in  seinen  Motiven  unzweifelhaft  schöne
Dekret,“  welches  den  Völkern  den  Beistand  gegen  ihre  Unter-