914  Friedrich  Wilhelm  IL,  König  von  Preussen  und  Danton.

drücker  verhiess,  dahin  persiflirte,  dass  es  Frankreich  am  Ende
die  Verpflichtung  aufzuerlegen  scheine,  „auch  einigen  Patrioten
beizustehen,  die  etwain  China  eine  Revolution  machen  wollten.“

Sybel,  welcher  in  Bezug  auf  Danton  der  Thiers’schen
Legende  folgt,  führt  als  Beweis  der  staatsmännischen  Begabung
und  Politik  dieses  Schreckensmannes  den  Vertrag  an,  den  er
im  Mai  1793  mit  dem  Baron  von  Stael,  schwedischem  Gesandten,
  zu  Stande  brachte.  Nach  diesem  Übereinkommen  sollte
das  nordische  Königreich  unter  dem  Vorwande,  den  nationalen
Handel  gegen  den  englischen  Druck  zu  schützen,  für  eine
Subsidie  von  etwa  12  Millionen  Francs  ein  Geschwader  von
10  wohlbeinannten  Linienschiffen  ausrüsten,  in  der  That  aber
zur  Cooperation  mit  der  Republik  stellen.

Allein  nach  Bar&amp;re’s  Memoiren  verhielt  sich  die  Sache
nicht  so  glänzend  und  epochemachend,  wie  sie  in  Sybel’s  Darstellung
  erscheint.  Der  Wohlfahrtsausschuss,  welchen  Danton
beherrschte  und  Stael  persönlich  bedrängte,  wurde  von  Barere
davor  gewarnt,  eine  diplomatische  Action,  die  allem  Anscheine
nach  nur  eine  Geldspeculation  sei,  zu  unterstützen.  Danton
liess  auch  nach  und  nach  mit  sich  handeln  und  gab  sich  damit
zufrieden,  dass  Stael,  mit  einem  Reisegeld  von  100,000  Thalern
ausgestattet,  sich  zunächst  nach  Stockholm  begebe,  um  die
Ausrüstung  des  Geschwaders  zu  betreiben.  Stael  und  Danton
erhielten  wirklich  diese  Summe,  der  schwedische  Gesandte  begab
sich  aber  statt  nach  Stockholm  vielmehr  zu  seinem  Schwiegervater
  nach  Coppet,  beobachtete  von  dieser  Warte  aus  die  Pariser
Wirren  und  kehrte  erst  nach  dem  Sieg  der  Dantonistischen
Partei  im  November  1794  auf  seinen  Gesandtschaftsposten
zurück.  Sybel  beruft  sich  gegen  die  „unvollständige“  Darstellung
  Barere's  auf  den  „ausführlichen  Bericht,“  welchen  Stael
am  4.  April  1795  dem  Wohlfahrtsausschuss  zuschickte.  Die
Zahl  der  Worte  und  der  Umfang  der  Sätze  sind  jedoch  ein
sehr  ungenügendes  Kriterium  für  die  Beurtheilung  zweier  in
der  Sache  selbst  einander  widersprechender  Berichte.  Die  Darstellung
  eines  Mannes,  welcher  das  von  der  Republik  dargereichte
Reisegeld  bei  den  Gegnern  derselben  verzehrte,  konnte  vielmehr
nur  nach  den  Wünschen  und  Ansichten  der  Dantonistischen
Herrscher  eingerichtet  sein  und  musste  das  politische  Genie
ihres  früheren  Meisters  und  Helden  feiern.

In  seiner  Bewunderung  für  Danton’s  grosse  Politik  ergötzt