226  Friedrich  Wilhelm  If..  König  von  Preussen  und  Danton.

portugiesischen  Juden  nennt,  51  Jahr  alt,  gebürtig  aus  Bayonne
im  Departement  der  Niederpyrenäen,  lebte  seit  dem  Föderationsfest
  vom  Jahr  1790  in  Paris,  errichtete  daselbst  eine  Tabaksfabrik
  und  verwaltete  Vertrauensämter  in  seinem  Bezirk.  Mit
Lebrun  stand  er  auf  einem  vertrauten  Fuss.

Das  Conventsmitglied  und  früherer  Kapuziner  Chabot,
der  Complice  Fabre’s  bei  der  Fälschung  und  gaunerischen  Benutzung
  eines  Conventsbeschlusses  betreffs  der  Liquidation  der
ostindischen  Gesellschaft  und  der  Escompte-Kasse,  führte  in  diesen
Kreis  zwei  österreichische  Juden  ein,  die  sich  für  geächtete
Flüchtlinge  ausgaben,  aber  noch  soviel  Vermögen  mitgebracht
hatten,  dass  sie  ihre  Schwester  mit  einer  Mitgift  von  200,000
Franes  Chabot  in  die  Ehe  geben  konnten.  Sie  hiesen  Frey
und  hatten  in  der  Heimath  noch  drei  im  Dienst  des  Kaisers
stehende  Brüder.

Erwähnen  wir  noch  Guzman,  den  Angehörigen  einer
spanischen  Grandenfamilie,  der  seit  1781  in  Frankreich  naturalisirt
war  und  bei  seiner  Hinrichtung  41  Jahre  zählte,  so  haben  wir
einen  Kreis  vor  uns,  mit  dessen  Hilfe  Danton  seine  Beziehungen
zu  den  Gewalthabern  bis  nach  Wien  und  Madrid  ausdehnen
konnte.  Guzman  hatte  wahrscheinlich  den  spanischen  Gesandten
  in  Venedig  informirt,  als  dieser  im  Juni  1793  an  Aranda
nach  Madrid  schrieb,  man  nehme  in  Paris  an,  Danton  habe  mit
der  Königin  im  Temple  eine  Unterredung  gehabt,  also  auch
darin  Mirabeau,  seinen  Lehrherrn,  nachgeahmt,  der,  in  St.  Cloud
von  Marie  Antoinette  zu  einer  geheimen  Unterredung  und  beim
Abschied  zum  Handkuss  zugelassen,  ausrief:  „Madame,  diess
rettet  die  Monarchie.“

In  demselben  Brief  schreibt  der  spanische  Gesandte  (nach
allerdings  ganz  richtigen  Informationen):  „was  uns  zittern  macht,
ist  die  Erneuerung  des  Heilsausschusses.“  In  der  That  wurden
Danton  und  Lacroix  bei  der  Erneuerung  des  Ausschusses  am
10.  Juli  1793  nicht  wieder  gewählt.  Damit  sank  Danton  von
der  Höhe  seiner  officiellen  Stellung  herab.

Der  Sieg  der  Demokratie  am  2.  Juni  hatte  der  Dumouriez’schen
Periode  der  Revolution  ein  Ende  gemacht  und  damit
Danton’s  Stellung  untergraben.  Am  31.  Mai  hatte  er  das  misslungene
  Werk  des  10.  März  in  grossem  Maasstabe  vollenden
wollen  und  dieselben  Leute,  die  damals  den  Aufstand  gegen
die  Linke  des  Convents  vergebens  anfachen  wollten,  durch  die