3.)  Der  Baseler  Frieden  und  Danton’s  Geist.  997

bewaffneten  Sectionen  der  Contrerevolutionäre  und  durch  einen
Theil  der  absichtlich  zurückbehaltenen  Feldtruppen  unterstützen
lassen.  Dieselben  Leute,  die  am  10.  März  als  Aufwiegler
agirten,  leiteten  diesmal  in  corpore  das  grosse  politische  Stück.
Alle  Genossen  der  Danton’schen  Gelage  und  Orgien  im  Haus
der  Sainte  Amaranthe  und  die  Gehilfen  seiner  auswärtigen  Umtriebe,
  Desfieux,  Dubuisson,  Pereyra,  Proly  und  die  beiden  Frey
und  Guzman  hatten  sich  im  Stadthaus  neben  Pache  und  dem
demokratischen  Stadtrath  als  sogenannter  Revolutionsausschuss
installirt  und  leiteten  von  hier  aus  das  Unternehmen  gegen  die
Linke.  Der  seit  dem  31.  Mai  schwankende  'Tumult  wurde  aber
am  2.  Juni  durch  das  Eingreifen  der  demokratischen  Bataillone
und  der  Kanoniere  aller  Seetionen  mit  163  Geschützen  gegen
die  Complicen  Dumouriez  entschieden  und  es  erfolgte  die  Verhaftung
  der  namhaftesten  Girondisten.

Pereyra  hat  diess  Ende  des  31.  Mai  nach  der  Aussage
eines  Zeugen  vor  dem  Revolutionstribunal  richtig  geschildert.
Während  er  sich  für  den  Urheber  dieses  Tages  ausgab,  erklärte
er,  derselbe  habe  nicht  die  Folgen  gehabt,  die  man  sich  von
ihm  versprach;  es  sei  ein  zweiter  31.  Mai  nothwendig,  der  ganz
anders  als  der  erste  ausfallen  müsse.

Mit  Danton  bestiegen  am  5.  April  1794  ausser  Yabre,
Desimoulins  und  Lacroeix  noch  Chabot,  Herault,  die  beiden  Frey’s
und  Guzman  das  Schaffot.  Zehn  Tage  vorher  waren  ihm  die
drei  Commissäre  Lebrun’s:  Desfieux,  Dubuisson  und  Proly  nebst
Pereyra  auf  demselben  Wege  vorangegangen.

In  dem  Augenblicke,  wo  das  preussische  Heerlager
seinen  nützlichsten  Alliirten  vom  Jahr  1793  verloren  hatte,  ging
mit  demselben  eine  wichtige  Krisis  vor.  Ein  Vierteljahr  vorher
hatte  es  einen  neuen  Oberbefehlshaber  erhalten.  Das  gegenseitige
Vertrauen  zwischen  Friedrich  Wilhelm  und  dem  Herzog  von
Braunschweig  war  seit  dem  Tage  von  Valmy  so  erschüttert,  dass
Letzterer  im  December  1793  un  die  Ernennung  eines  Nachfolgers
bat,  während  er  wusste,  dass  auch  ohne  sein  Zutliun  ein  Wechsel
des  Commandos  eintreten  werde.  Hatte  schon  unter  seiner  Führung
  der  moralische  Halt  der  Armee  gelitteu,  so  ergriff  das  Unheil
  unter  seinem  Nachfolger  Möllendorf  das  gesammte  Officiercorps;
  dazu  kam,  dass  der  Mann,  der  sich  als  Bataillonsführer
bei  Leuthen  und  Torgau  einen  Namen  gemacht  hatte,  ein  entschiedener
  Feind  Österreichs  und  gegen  die  Allianz  mit  diesem

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