3.)  Der  Baselor  Frieden  und  Danton's  Geist,  231

kunft,  welche  Merlin  in  seinen  Berichten  an  den  Wohlfahrtsausschuss
  entwarf,  (siehe  seine  1860  von  Reynaud  herausgegebene
Correspondenz)  schwebten  den  Franzosen  bei  diesem  Friedenswerk
  vor  Augen.  Auf  dem  einen  Bilde  lässt  man  die  Wölfe,
Preussen  und  Österreich,  im  Streit  um  die  Vertheilung  der
deutschen  Reichsstände  sich.  unter  einander  verschlingen.  Das
zweite  Bild  zeigt  das  Kunststück  der  französischen  Politik,  wie
beide  Wölfe,  nachdem  man  Preussen  von  der  Coalition  getrennt
und  mit  dem  Protectorat  über  das  deutsche  Reich  ausgestattet
hat,  die  Republik  noch  um  Erlaubniss  bitten,  sich  gegenseitig
zu  zerfleischen.  Auf  dem  dritten  Bilde  bieten  die  Franzosen
Österreich  die  Hand  und  beschenken  es  gegen  die  Abtretung
des  linken  Rheinufers  und  Belgiens  mit  Bayern.  Ein  reiflicheres
Nachdenken  überzeugte  sie  aber,  dass  das  letztere  Bild  bei  der
Intimität  des  Kaisers  mit  Russland  und  bei  seinem  Zusammenhange
  mit  England  sich  nur  als  Drohung  gegen  Preussen
wirksam  verwenden  lässt  und  eine  zeitgemässe  Umarbeitung  des
mittleren  Bildes  dem  Zustand  und  den  augenblicklichen  Kräften
Frankreichs  entspricht.

„Wir  eilen  von  Unruhe  zu  Unruhe,  schreibt  Merlin  an  den
Wohlfahrtsausschuss,  wir  unterliegen,  so  zu  sagen,  unter  dem
Gewicht  unserer  Siege.  Die  Waffen  haben  wir  doch  nur  ergriffen,
  um  Friede,  Überfluss  bei  uns  heimisch  zu  machen.  Überspannung
  der  Kräfte  und  gigantische  Entwürfe  können  uns  dahin
bringen,  dass  ein  einziger  Schlag  Frankreich  um  all’  seinen
früheren  Glanz  bringen  mag.  Gebt  uns  daher  Frieden,  müssten
wir  selbst  in  unsere  alten  Grenzen  zurückkehren.“

Das  war  ganz  die  Stimme  Danton’s.  Sein  Geist  hatte
diejenigen,  welche  Robespierre  am  31.  März  1794  noch  verschont
und  einem  späteren  Gerichte  vorbehalten  hatte,  vier  Monate
darauf,  am  9.  Thermidor  zum  Sturz  des  Dictators  angetrieben
und  jetzt  genoss  er  die  Genugthuung,  dass  seine  Freunde  mit
der  Windstille,  die  er  dem  Sturm  der  Bergpartei  entgegenstellen
wollte,  die  Leidenschaften  der  Grundsätze  beruhigten  und  niederdrückten.
  Friede  um  jeden  Preis  war  der  allgemeine  Wunsch
und  der  Gegensatz  von  Republik  und  Monarchie  trat  vor  dem
Verlangen  nach  Genuss  und  Wohlstand  zurück.  Die  Männer,
die  sich  der  Gewalt  bemächtigt  hatten,  wollten  zwar  auch  deshalb
  Friede,  weil  sie  den  Regungen  des  Royalismus  den  Vorwand
  zu  Unruhen  entzichen  wollten,  aber  sie  waren  nicht  ab-