Im  Verlag  von  Ernst  Schmeitzner  in  Chemnitz  ist  erschienen:

Friedrich  Nietzsche’'s  Schriften.

Der  1.  Band  derselben:

Die  Geburt  der  Tragödie  aus  dem  Geiste  der  Musik.
gr.  8.  Preis  3,60  Mark.

erschien  im  Jahre  1872  in  erster  und  im  Jahre  1878  in  zweiter
theilweise  veränderter  Auflage.

alt:  Vorwort  an  Richard  Wagner,  I.  Das  Apollinische  und  das
Dionysische  als  Kunsttriebe.  II.  Der  Grieche  im  Verhältnis  zu  diesen
Mächten.  III.  Apollinische  Kultur.  Homer.  IV.  Eindringen  des  Dionyeischen
in  diese  Kultur.  V.  Keim  der  Tragödie:  die  Lyrik,  Archilochus.
Volkslied.  VII.  Ursprung  der  griechischen  Tragödie  aus  dem  Chor.  VIIL  Der
Satyrchor  und  sein  Gott:  Dionysus.  IX.  Weisheit  des  Mythus  in  der  Auffassung
des  Sophokles  und  Aeschylus.  X.  Belebung  des  Mytlus  durch  die  Musik.
XI.  Tendenz  des  Euripides,  Untergang  der  Tragödie.  XII.  Aesthetischer
Sokratismus,  XII.  und  XIV.  Sokrates,  der  Nichtmystiker.  XV.  Consequenzen
der  Erkenntnisse  des  „theoretischen  Menschen.“  —  XVI.  Wirkung  der  Musi
gleichnissartiges  Anschauen,  Geburt  des  tragischen  Mythus.  XVII.  Die  theoretische
  Weltbetrachtung  der  tragischen  feindlich.  XVIII,  Drei  Arten  der
Kultur:  sokratische,  künstlerische,  tragische.  Unsere  Kultur  sokratisch.  XIX.  Die
Oper  ein  Erzeugniss  dieser  Kultur.  XX.  Wiedergeburt  der  Tragödie  aus  der
deutschen  Musik,  XXI.  Musik  und  Mytlus  im  Drama.  XXII  Wiedergeburt
dos  ästhetischen  Zuschauers,  XXIII.  und  XXIV.  Wiedergeburt  des  deutschen
Mythus.  XXV.  Schluss.

Unter  dem  Gesichtspunkt  der  Schopenhauer’schen  Weltanschauung
giebt  dieses  Werk  zunächst  eine  philosophisch-historische  Betrachtung
der  griechischen  Tragödie:  Das  in  der  hellenischen  Kultur  anfänglich
vorherrschende  apollinische,  dem  Schauen  zugewandte  Element
gebiert  das  Epos  aus  sich;  das  später  hervorbrechende  dionysische,
dem  Rausche  ähnliche  Element  erzeugt  die  Lyrik  und  den  Dithyrambus,
Die  Gestaltung  der  Tragödie  vollzieht  sich  durch  Verbindung  des
Dionysischen  mit  dem  Apollinischen:  Musik  und  Mythus  durchdringen
sich  gegenseitig  im  tragischen  Kunstwerk.  Die  Ursache  von  dessen
baldigem  Verfall  wird  in  der  um  sich  greifenden  sokratischen  Verstandeskultur
  zefunden.  -—  Der  zweite  Theil  des  Werkes  wendet
die  tiefsinnigen  Entdeckungen  tiber  das  Wesen  der  Tragödie,  den
tragischen  Kilnstler  und  eine  ihm  gemässe  Kultur  auf  unsere  Zeit
und  die  in  ihr  sich  entwickelnde  musikalische  Tragödie  an:  dieser
Theil  giebt  sonach  die  erste,  mit  Ernst  unternommene  Interpretation
  von  Rich.  Wagners  Kunst  und  deren  Konsequenzen
  in  ästhetischer  und  kulturhistorischer  Hinsicht.