der  ganzen  Richtung.  Ihre  Unchristlichkeit,  —  III.  Die  liberale  Theologie
der  Gegenwart.  Ihr  „Christenth.  Christi.“  Dessen  angebl.  Akkommodationsfähigkeit.
  Verkennung  der  Weltvereinung.  Christus  bei  den  Liberalen  als
Kulturfreund.  Vernichtung  des  Christenth.  durch  Unterschieben  weltbejalender
Tendenz.  Popularisirung  der  lib.  Theologie:  ihr  üusserster  Exzess  die  „Protestantenbibel.“
  —  IV.  Die  kritische  Theologie  u.  ihr  positives  Verhültniss
zum  Christenth.  in  der  Gegenwart.  Ohne  sich  selbst  mit  der  christl.  Lebensbetrachtung
  zu  identifiziren,  nimmt  die  krit.  Theologie  sie  doch  gegen  Verkennung
  in  Schutz:  sowohl  gegen  die  apologet.  u.  lib.  Theologie,  ala  auch
gegen  Versuche,  sie  völlig  zu  vernichten  (das  Straussische  Bekenntnis),  —
V.  Möglichkeit  einer  krit.  Theologie  in  protestant.  Kirchen.  Paul  de  Lagarde.
Forderung,  den  Eid  theolog.  Lehrer,  die  Methoden  u.  Resultate  ihrer  Arbeiten
betr,  aufzuheben,  die  Ordinationsgelöbnisse  abzuändern  u.  den  esoter  Standpunkt
des  Geistlichen  neben  seinem  erfürderlichen  exoter.  anzuerkennen.  Schluss.

Die  Irreligiosität  jeder  Theologie,  sofern  sie  Glauben  uud  Wissen
in  Berührung  bringt,  des  Besondern  aber  die  Unehristlichkeit  der
verschiedenen  christlichen  Theologien,  kennzeichnet  der  Autor  erschöpfend
  und  mit  Superiorität  in  prägnanten  Ztgen.  Als  gründlichster
  Kenner  der  Kirchengeschichte  über  allen  Parteien  stehend,
muss  er  doch  der  kritischen  Theologie  die  Aufgabe  zusprechen,  das
Christenthum  gegen  alle  die  Theologien  zu  vertheidigen,  welche  es
zu  vertreten  meinen  indem  sie  es  der  Welt  akkommodiren  und,  durch
Gleichgültigkeit  gegen  seine  Lebensbetrachtung,  entweder  zu  einer
todten  Orthodoxje  ausdörren  oder  zur  Weltlichkeit  herabziehen,  d.h.
es  auf  beide  Weisen  vernichten.  Das  Ganze  schliesst  mit  einer  Reihe
praktischer  Vorschläge  über  die  Auswege  aus  den  Schwierigkeiten
der  Stellung  unsrer  heutigen  Uheologie.  Neben  Paul  de  Lagarde’s
„Verhältniss  des  deutschen  Staates  zu  Theologie,  Kirche  und  Religion“,
ist  vorliegende  Schrift  die  hervorragendste  Anleitung,  Nieht-Theologen
itber  Tendenz  und  Werth  der  bestehenden  theologischen  Parteien  zu
orientiren,  somit  in  eine  öffentliche  Angelegenheit  Lieht  zu  bringen,
deren  gedeihliche  Lösung  allzugrosse  Verwirrung  und  Unklarheit
gefährden.

Studien  zur  Geschichte  der  alten  Kirche.
Von  Prof.  Dr.  Franz  Overbeck.
Heft  I.  gr.  8.  S.  VIII.  230.  Preis  6  Mark.

Inhalt:  I.  Ueber  den  psendojustinischen  Brief  an  Diognet.  —  Il.  Ueber
die  Gesetze  der  römischen  Kaiser  von  Trajan  bis  Marc  Aurel  gegen  die  Christen
und  ihre  Auffassung  bei  den  Kirchenschriftstellern.  —  11.  Ueber  das  Verhältnisse
der  alten  Kirche  zur  Sclaverei  im  römischen  lleiche,

Von  diesen  drei  eminent  gelehrten  Aufsätzen,  welche  die  Beziehung
  der  alten  Kirche  zur  griechisch-römischen  Aussenwelt  betreffen,
  zieht  No.  1  die  Aechtheit  eines  bis  jetzt  ohne  Widerspruch
ins  2.  Jahrhundert  gesetzten  und  stets  besonders  gepriesenen  apologetischen
  Schriftstiickes  in  Frage.  Anscheinlich  ist  es  dem  Verfasser
weniger  um  dieses  seiner  Meinung  nach  weit  ilberschätzte  Schriftstilck
zu  thun,  als  darum,  einige  Beiträge  zur  Charakteristik  der  Apologetik