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Vorwort

zu  treten,  wurden  die  Verfasser  besonders  durch  den  Umstand
  bestimmt,  daß  die  europäische  Kartellbewegung
ihren  Hauptsitz  in  den  Industrieländern  deutscher  Sprache  hat,
und  daß  daher  diese  Länder  vor  anderen  ein  gewisses  Anrecht
auf  die  Ergebnisse  der  Forschungen  über  die  Kartellfrage  besitzen,
  und  ihnen  auch  das  Verständnis  und  die  erforderliche
praktische  und  theoretische  Schulung  für  dieselbe  eigen  ist.  Die
deutsche  Wissenschaft  und  öffentliche  Meinung  befaßt  sich  schon
seit  Jahrzehnten  mit  dem  Problem,  ohne  daß  es  ihr  gelungen
wäre,  die  Gesetzgebung  zu  einem  aktiven  Eingreifen  oder  wenigstens
  zur  Stellungnahme  für  das  Prinzip  des  laisser  faire  zu
bewegen;  und  in  der  Flut  von  widerstreitenden  und  oft  extremen
Meinungen  und  Auseinandersetzungen  mangelt  es  vollkommen
an  einer  Darstellung,  die,  das  ganze  Material  der  Gesetzgebung,
Rechtsprechung,  tatsächlichen  Umstände  und  wissenschaftlicher
Folgerungen  zusammenfassend,  ein  einheitliches  Bild  des  heutigen
Standes  der  Frage  zu  geben  sich  anschickte.e  Zumal  seitdem  die
Kontradiktorischen  Verhandlungen  über  die  Kartellfrage  seitens
der  deutschen  Reichsregierung  abgehalten  und  das  überaus  wertvolle
  Material  der  Denkschrift  über  das  Kartellwesen  —  wenn
auch  vorderhand  nur  zum  Teil  —  vor  die  Öffentlichkeit  gebracht
  wurde,  ist  es  zu  einem  wissenschaftlich  wie  praktisch
gleich  berechtigten  Erfordernis  geworden,  die  bisher  aufgetauchten
  Meinungen  auf  ihre  Richtigkeit  zu  prüfen,  den  Schluß
aus  dem  gelieferten  tatsächlichen  Material  zu  ziehen  und  dem
Ergebnis  gemäß  eventuell  die  Postulate  gegenüber  Gesetzgebung,
Rechtsprechung  und  Geschäftspraxis  zu  formulieren.  |
Es  handelte  sich  demnach  in  diesem  Werke  zunächst  um
eine  tunlichst  vollständige  Verwertung  der  Vorarbeiten,  des

M  nachstehendem  Werk  vor  das  deutsche  Lesepublikum