Einleitung.  |  3

Vereinigungen,  und  erst  nachdem  die  Erscheinung  selbst,  wie  sie
leibt  und  lebt,  erkannt  ist,  gehen  wir  zur  Würdigung  unserer
Erfahrungen,  zur  Kritik  unserer  Beobachtungen,  zur  Feststellung
und  Beurteilung  ihrer  Wirkungen  über.  Diese  induktive  Methode
ist  die  Ursache,  daß  wir  die  wirtschaftlich-dogmatischen  Ausführungen
  —  schon  aus  ökonomischen  Gründen  —  neben  der
Beschreibung  der  Erscheinung  zurücktreten  lassen.  Wir  begnügen
uns  vielmehr  größtenteils  damit,  die  volkswirtschaftlichen  Berührungspunkte
  gleichsam  nur  anzudeuten.  Diese  induktive
Methode  bedingt  auch  das  übrige  System  unserer  Schrift,  welches
sonst  keiner  näheren  Aufklärung  bedarf.

Bloß  noch  eine  Bemerkung  über  unsern  Wortgebrauch.  Dem
von  uns  vertretenen  prinzipieillen  Standpunkt  zufolge  —  der
unten  des  weiteren  entwickelt  wird  —  ist  der  Begriff  des
Kartells  so  weit  zu  fassen,  daß  auch  der  Trust  darunterfällt.
Deshalb,  und  der  Einfachheit  wegen,  reden  wir  von  Kartell,
Kartellbewegung,  Kartellierung  usw.,  auch  wo  wir  darunter  Trust,
Trustbewegung,  Trustgründung  inbegriffen  wissen  wollen,  ohne
besonderes  Gewicht  darauf  zu  legen,  daß  das  Gesagte  sich  auch
auf  Trusts  bezieht.  Nur  wenn  dies  hervorgehoben  werden
soll,  erwähnen  wir  ausdrücklich  auch  den  Trust.  Wir  finden
übrigens  diesen  Wortgebrauch  allgemein  verbreitet.  Und  da  er
zweckmäßig  ist,  nehmen  wirihn  an,  wenn  er  auch  den  strengsten
logischen  Anforderungen  nicht  entspricht.

Es  soil  demnach  zu  allererst  untersucht  werden,  wie  Kartelle
und  TIrusts  entstehen?  was  sind  ihre  charakteristischen  Merkmale?
welche  Begriffsbestimmung  folgt  aus  diesen  Merkmalen?  worin
unterscheiden  sie  sich  von  anderen  verwandten  Gebilden?  und
endlich:  wie  fügen  sich  die  so  gewonnenen  Resultate  in  den  Rahmen
der  Grundgesetze  der  Volkswirtschaftswissenschaft?