Die  Literatur  der  Kartell-  und  Trustfrage.  5

Als  grundlegende  Werke  der  deutschen  und  österreichischen
Literatur  sind  die  Arbeiten  Steinmann-Buchers,  Schönlangs,
  Tschierschkys,  van  der  Borghts  und  Grunzels
zu  erwähnen.

Neuerdings  hat  der  Deutsche  Juristentag  sich  mit  unserer
Frage  beschäftigt  und  dem  Referat  Landesbergers  für  die  Verhandlungen
  des  Jahres  1903  ist  es  gelungen,  eine  Reihe  neuer
Ideen  in  dieser  Frage  aufzuwerfen.  Den  Kernpunkt  des  im
Jahre  1904  abgehaltenen  XXVIL  Deutschen  Juristentages  bildete
der  Vortrag  Franz  Kleins,  dessen  Beschlußantrag  auch  angenommen
  wurde.

In  der  französischen  Literatur  ist  die  parallele  Behandlung
der  amerikanischen  Trusts  und  der  europäischen  Kartellbewegung
  üblich,  wodurch  der  gemeinsame  Grundgedanke  dieser  Unternehmerverbände
  veranschaulicht  wird.

Von  diesem  Standpunkte  ist  zu  erwähnen  das  Werk  Duchaines
„Les  Associations  de  Producteurs“.  Das  Buch  Raffalovichs
„Irusts,  Cartells  et  Syndicats“,  als  Materialsammlung  gut  zu
gebrauchen,  ermangelt  eines  zweckentsprechenden  Systems,  da
er  nach  den  einzelnen  Staaten  klassifiziert,  wodurch  viele
Wiederholungen  entstehen.  Aus  der  französischen  Literatur  erwähnen
  wir  noch  Babled  „Les  Syndicats  des  producteurs  et
detenteurs  de  marchandises“  und  Colliez  „Les  coalitions  industrielles
  et  commerciales  d’aujourd’hui“.

Die  hervorragendste  Autorität  der  englischen  Literatur  ist
H.  W.  Macrosty,  der  in  seinem  im  Jahre  ı902  erschienenen
Werke:  „Trust  and  the  State“  unsere  Frage  auch  mit  Rücksicht
auf  das  englische  Aktiengesetz  vom  Jahre  1900  beleuchtet,  wobei
er  jedoch  die  Trusts  und  Kartelle  von  anderen  Unternehmungen
und  Vereinigungen  nicht  mit  der  gehörigen  Präzisität  scheidet.

Aus  dem  Kreise  der  italienischen  Literatur  erwähnen  wir  die
Werke  von:  Cossa,  Flora  und  Marghieri.

Die  Literatur  der  amerikanischen  Trustfrage  ist  vielleicht
noch  größer  und  vielseitiger  als  die  Kartellliteratur.  Vor  allem
muß  der  Werke  jener  ausländischen  Gelehrten  gedacht  werden,
die,  die  amerikanischen  Verhältnisse  beobachtend,  ihre  Kunde  in
die  europäische  Nationalökonomie  verpflanzten.  Unter  ihnen  ist
an  erster  Stelle  von  Halle  zu  erwähnen,  dessen  im  Jahre  1895
erschienenes  Werk  auch  in  englischer  Sprache  in  Amerika  Ver-