III.  Kapitel

Die  Kartell-  und  Trustbewegung.

8&amp;  ıı.  In  Deutschland.

gelangt  aber  erst  1893  zu  einem  eigentlichen  Aufschwung.

Liefmann  erwähnt  in  seinem  im  Jahre  1897  erschienenen
Werke  bereits  345  Kartelle,  von  denen  er  die  Entstehungszeit  von
260  bekannt  gibt.  Seine  Daten  beleuchten  die  allmähliche,  bald
aber  auch  rapide  Entwicklung:  vor  1865  bestanden  4,  vor  1870:  6,
vor  1875:  8,  vor  1879:  14,  vor  1885:  90,  vor  1890:  210,  vor  1896:
260  Kartelle.

Die  Nachforschungen  des  Zentralverbandes  deutscher
Industrieller  ergeben  300  Kartelle  und  kartellähnliche  Übereinkommen
  im  Jahre  ıgo0,  von  welchen  220  als  industrielle  Syndikate
  bezeichnet  sind,  und  zwar  80  Kartelle  in  der  Eisen-  und
Metallindustrie,  40o  in  der  Grilas-  und  Erdindustrie,  30  in  der
chemischen,  20  in  der  Textil-,  ıo  in  der  Kohlen-,  ıo  in  der
Nahrungsmittel-,  10  in  der  Papierindustrie  und  2o  in  gemischten
Industriezweigen.

Die  vom  Reichsamt  des  Innern  geleiteten  kontradiktorischen
  Verhandlungen  haben  auch  bezüglich  der  Kartellstatistik
  viel  neue  Daten  ans  Licht  gebracht.!)

Bei  Eröffnung  dieser  Verhandlungen  erklärte  Graf  Posadowsky,
  daß  im  Jahre  ıg01/1902  beiläufig  400  Syndikate  fest-D:

  deutsche  Kartellbewegung  beginnt  mit  dem  Jahre  1860,

f)  Bisher  sind  die  Protokolle  folgender  kontradiktorischen  Verhandlungen
publiziert  worden:  Rheinisch-Westfälisches  Kohlen-Syndikat,  Oberschlesische  Kohlenkonvention,
  Westfälisches  Koks-Syndikat,  Rheinisch-Westfälisches  Roheisensyndikat,
Halbzeugverband,  Verband  deutscher  Druckpapier-Fabriken,  Börsenverein  der  deutschen
Buchhändler,  Verbände  der  Drahtwalzwerke  und  Drahtstiftfabrikanten,  Weißblechverband,
  Stahlverbände.

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