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verein  sei  kein  Kartell,  kein  monopolistischer  Verband,  nur  die
Verleger,  die  ja  souverän  im  Preise  sind,  seien  solche  Monopolisten;
  denn  sie  könnten  die  Preise  ihres  Buches  für  sich  allein
festsetzen  und  könnten  mithin  mit  anderen  Verlegern  über  den
Preis  ihres  Buches  kein  Kartell  bilden.  Wohl  aber  seien  die
einzelnen  Kreis-  und  Ortsvereine  der  Sortimenter,  die  untereinander
  wieder  in  einem  gemeinsamen  Kartell  stehen,  wirkliche
Kartelle.  Er  betrachtet  also  diese  Vereinigung  bloß  als  eine
Art  Allianzverband  der  Sortimenter.

Bereits  im  Jahre  1825  gegründet,  bestrebt  der  Börsenverein,
allgemein  gültige  geschäftliche  Bestimmungen  im  Verkehr  der
Buchhändler  unter  einander  sowie  der  Buchhändler  mit  dem
Publikum  aufzustellen,  insbesondere  auf  die  Feststellung  des
dem  letzteren  zu  gewährenden  Rabatts  hinzuwirken.  Die  Mitglieder
  des  Börsenvereins  haben  sich  verpflichtet,  gegen  den
Willen  des  Verlegers  den  Verlag  desselben  an  solche  Buchhändler
  und  Wiederverkäufer,  welche  vom  Börsenvereinsvorstande
oder  durch  die  Hauptversammlung  von  der  Benutzung  der  Einrichtungen
  und  Anstalten  des  Börsenvereins  ausgeschlossen  sind,
sowie  an  solche  Vereine,  welche  Bücher  und  Zeitschriften  mit
unzulässig  hohem  Rabatt  abgeben,  nicht  zu  liefern.  Dem  Börsenverein
  ist  es  gelungen,  unter  wesentlicher  Beseitigung  der  gegenseitigen
  Unterbietungen  allgemein  gültige  Verkaufsnormen  festzusetzen
  und  durchzuführen,  die  bei  den  Verkäufen  an  das  Publikum
den  Rabatt  entweder  ganz  verbieten  oder  ihn  nur  in  Höhe  von
2—  5°),  des  Ladenpreises  bestehen  lassen,  mit  Ausnahme  der
Bibliotheken,  die  einen  5  —  ı0°/,igen  Rabatt  genießen.

In  der  durch  die  Einschränkung  des  Kundenrabatts  bewirkten
Verteuerung  der  Bücher  erblickte  der  Akademische  Schutzverein
  in  Leipzig  eine  Verhinderung  der  Ausbreitung  des  deutschen
Geistes  und  eine  Erschwerung  der  Jugendbildung  und  stellte  sich
diesem  Bestreben  des  Börsenvereins  entgegen.  Die  kontradiktorischen
  Verhandlungen  haben  die  diesbezügliche  literarische
Polemik!)  fortgesetzt.  Trotzdem  ist  es  gelungen,  im  Laufe  der

ı)  K.  Bücher:  Der  Deutsche  Buchbandel  und  die  Wissenschaft.  Denkschrift
im  Auftrage  des  Akademischen  Schutzvereines.  —  Theorie  und  Praxis,  Antwort
bearbeitet  vom  Vorstande  des  Verbandes  der  Kreis-  und  Ortsvereine  im  deutschen
Buchhandel.  —  Vom  deutschen  Buchhandel,  vier  Aufsätze  von  Fr.  Paulsen  und
W.  Ruprecht  etc.