$&amp;  ıı.  In  Deutschland.  105

fabriken  G.  m.  b.  H.“  (gegr.  1900;  66  Mitglieder);  das  Syndikat
hat  seine  Tätigkeit  auch  außerhalb  Deutschlands  erstreckt.

N.  In  der  Nahrungsmittelindustrie  ist  der  „Verkaufsverband
  Norddeutscher  Molkereien“  zu  erwähnen,  welcher
auf  genossenschaftlicher  Basis  organisiert  ist.  Auch  die  Mühlen
haben  mehrere  Syndikate  abgeschlossen.  Gemeinsame  Verkaufsbedingungen
  vereinbarten  die  Kakao-  und  Schokoladefabrikanten.
Das  Zuckersyndikat  G.  m.  b.  H.,  im  Jahre  ı900  mit  393  Mitgliedern
  gegründet,  hat  sich  infolge  der  Brüsseler  Konvention
im  Jahre  1903  aufgelöst;  dieses  Syndikat  umfaßte  nur  die  Rüben
verarbeitenden  Fabriken,  während  die  weiterverarbeitende  Zuckerindustrie
  sich  in  dem  Syndikat  der  Zuckerraffinerien  vereinigt
hat,  welchem  48  Raffinerien,  56  Weißzuckerfabriken  und  5
Melasseentzuckerungs-  Anstalten  angehörten;  auch  dieses  letztere
Syndikat  löste  sich  im  Jahre  ı903  auf.  —  Zur  Verwertung  von
Branntwein  aller  Art  wurde  die  Zentrale  für  Spiritusverwertung
  G.  m.  b.  H.  im  Jahre  1899  errichtet,  welcher  100  Gesellschafter
  mit  108  Spritfabriken  beigetreten  sind;  ferner  stehen
mit  ihr  4ııı  DBrennereien  in  Lieferungsvertragsverbindung.
Mehrere  lokale  Kartelle  haben  die  Brauereien  abgeschlossen.
Beachtenswert  ist  ferner  die  Zentrale  für  Milchverwertung
(gegr.  1901  für  die  Mark  Brandenburg),  welcher  884  Mitglieder,
darunter  153  Genossenschaften  angehören.

O.  In  der  Elektrizitätsindustrie  erwähnt  die  Denkschrift
bloß  3  Syndikatee  Die  „Vereinigung  deutscher  Starkstromkabel-Fabrikanten“
  wurde  mit  Beteiligung  der  Firma
Siernens  und  Halske  im  Jahre  1904  gegründet  und  hat  derzeit
ıı  Mitglieder.  Das  Glühlampensyndikat  (gegr.  1903)  ist
eine  G.  m.  b.  H.  mit  ı6  Mitgliedern;  durch  ihre  Mitwirkung
ist  es  neuestens  gelungen,  das  internationale  Glühlampenkartell
zustande  zu  bringen.  Die  „Vereinigung  deutscher  Elektrizitätsfirmen“
  ist  kein  festorganisiertes  Syndikat,  sondern
eine  lose  Vereinigung,  die  auf  ı—  2  Jahre  durch  Vertrag  begründet
  wird.

P.  Unter  den  sonstigen  Kartellen  erwähnt  die  Denkschrift
das  Asbest-,  Leinöl-,  Dampfturbinen-  etc.  Syndikat.  Das  wichtigste
jedoch  ist  die  Fusion  der  Eilbschiffahrtsgesellschaften,  die  im
Jahre  1904  zustande  gekommen  ist.  Auch  vorher  bestand  eine
Vertragsvereinigung  zwischen  den  4  Schiffahrtsgesellschaften,