132  III.  Kapitel,  Die  Kartell-  und  Trustbewegung.

Da  die  Preise  stetig  fallen,  wird  der  Gewinn  des  Kartells
nur  durch  die  Ersparungen  der  billigeren  Produktion  und  in
Transportspesen  gesichert.

Die  „Erste  Pester  Spodiumfabrik“  zahlte  vor  dem  ersten
Kartell  (1898)  5°/,,  seitdem  8--ı0°/,  Dividende.

Das  Kohlensäurekartell.

In  den  Kreis  der  chemischen  Industrie  gehört  auch  das
Kohlensäurekartell.  Der  Import  aus  Ungarn  nach  Österreich
  und  Bosnien  und  aus  Österreich  nach  Ungarn  ist  bei  demselben
  ausgeschlossen,  wofür  das  ungarische  Kartell  das  österreichische
  entschädigt.  Das  Zentralorgan  des  ungarischen  Kartells
  ist  der  „Verband  der  Ungarischen  Kohlensäureindustriegesellschaften“,
  welcher  den  Verkauf  der  Kohlensäure
  besorgt  und  die  Lieferung  unter  den  einzelnen  Fabriken
aufteil.  Die  Mitglieder  des  Verbandes  sind  verpflichtet,  die
Kohlensäure  im  Verhältnis  ihrer  Beteiligung  in  Behältern  einzuliefern
  und  diese  dem  Verbande  zur  Benützung  leihweise  zu
überlassen.

$&amp;  ı3.  Kartelle  in  Ungarn.

Das  Spirituskartell  und  dessen  Auflösung.

Dieses  Kartell  kam  im  November  1899  zustande  und  trat
mit  Zustimmung  sämtlicher  bedeutenderen  ungarischen  Spiritusfabrikanten
  am  ı.  Februar  ı900  ins  Leben.  Die  Hauptursache,
die  zur  Bildung  des  Kartells  führte,  war  die  neue  Kontingentierung
  der  Spiritusproduktion,  welche  laut  G.-A.  XXII  v.J.  1899
beträgt  für

industrielle  Spiritusfabriken  .  .  .  .  .  338,956  Hl.

landwirtschaftliche  Spiritusfabriken  .  .  460,103  ,„

neugegründete  landwirtschaftliche  Spiritusbrennereien
  .  .  2  &gt;  2  2  00°.  53941

zusammen  857,000  ,„

Den  Ausfall  in  der  Spiritusproduktion  wollten  die  Spiritusindustriellen
  durch  Abschluß  eines  Kartells  ausgleichen.  Der
Kartellvertrag  vom  Jahre  ı900  wurde  am  ı7.  Februar  ı902  mit