&amp;  ı5.  Die  Trustbewegung  in  den  Vereinigten  Staaten.  165

Company  machte  einen  Versuch,  eine  neue  Konkurrenz  zu  beginnen,
  aber  innerhalb  kurzer  Zeit  gelangten  ihre  Aktien  in  den
Besitz  der  Erie-Eisenbahn  und  mit  dieser  Vereinigung  trat  sie  in
den  Dienst  der  gemeinsamen  Interessen.

Im  März  des  Jahres  ı902  forderte  die  Vereinigung  der
Bergarbeiter  die  achtstündige  Arbeitszeit,  ferner  die  Erhöhung
des  Lohnes  um  60°/,  per  Kohlentonne,  genaue  Wägung  und  Anerkennung
  der  Arbeitervereine.  Die  Verhandlungen  zwischen  den
Werken  und  den  Arbeitern  führten  zu  keinem  Resultate  und  am
15.  Mai  proklamierte  die  Arbeitervereinigung  den  allgemeinen
Streik,  der  immer  gefährlichere  Dimensionen  annahm,  weil  sich
auch  die  Pumparbeiter  der  Bewegung  anschlossen,  wodurch  die
Überschwemmung  der  Bergwerke  zu  befürchten  war.  Der  Streik
dauerte  bis  zum  Oktober,  und  auch  da  konnte  nur  die  Vermittlung
  des  Präsidenten  Roosevelt  und  die  Delegierung  eines  gewählten
  Schiedsgerichts  die  Arbeiter  zum  Einstellen  des  Streikes
bewegen.  Ohne  Zweifel  wirkte  auch  die  öffentliche  Meinung  mit,
da  der  Kohlenmangel  mit  Herannahen  des  Winters  eine  drohende
Gestalt  annahm.  Das  Schiedsgericht  bestand  aus  7  Mitgliedern
und  beschloß  nach  Einvernahme  zahlreicher  Zeugen  eine  ı0°/,ige
Lohnerhöhung,  die  Herabsetzung  der  Arbeitszeit  um  eine  Stunde
(für  Bergarbeiter  9,  für  Heizer  8  Stunden)  und  sprach  gleichzeitig
aus,  daß  der  Eintritt  in  den  Arbeiterverein  keinen  Grund  zur
Entlassung  bilde,  dagegen  eine  prinzipielle  Anerkennung  des
Arbeitervereines  von  den  Arbeitgebern  nicht  gefordert  werden
könne.

Die  kolossalen  Dimensionen  des  Streikes  zeigen  folgende
Ziffernangaben:  Vom  Mai  bis  Ende  Oktober  betrug  die  Anthrazitkohlenproduktion
  im  Jahre  1900  20,8  Millionen  Tonnen,  im  Jahre
1901  22,2  Millionen  und  1902  4,ı  Millionen  Tonnen.  Der  durch
den  Streik  verursachte  Schaden  beläuft  sich  nach  maßgebender
Schätzung  auf  104  Millionen  Dollar,  wovon  28  Millionen  auf
Arbeitsiöhne,  52  Millionen  auf  den  Entfall  des  gewöhnlichen
Kohlenverkaufs,  ı2  Millionen  auf  Gewinnausfall  bei  Fuhrlöhnen,
3  Millionen  auf  die  Kosten  der  militärischen  und  der  Polizeiintervention
  und  5  Millionen  auf  den  Verlust  des  lokalen  Handels
entfallen.

Es  ist  besonders  charakteristisch  für  den  Kohlentrust,  daß  er
scheinbar  mit  Verlust  arbeitet,  insofern  er  den  Eisenbahngesell-