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den  und  über  große  Tragkraft  verfügenden  gesellschaftlichen
Bewegung  zu  machen  sind.  Alles  hängt  davon  ab,  welchen  sittlichen
  Hintergrund  eine  Gesellschaft  im  allgemeinen  besitzt,  wie
tief  in  ihren  Mitgliedern  die  Liebe  zur  Allgemeinheit  wurzelt,
wie  tüchtig  sie  geschult  sind  in  der  Unterordnung  ihrer  eigenen
Interessen,  wie  weit  sie  die  Grewinnsucht,  das  Streben  nach
Reichwerden  dem  Instinkt  der  rücksichtslosen  Vernichtung  des
Rivalen  im  Zaune  zu  halten  verstehen.  In  einer  gut  disziplinierten,
  mit  starkem  Aligemeingefühl  begabten,  auf  hoher  Bildungsstufe
  stehenden  Gesellschaft,  wo  die  führenden  Stellen  nicht  durch
proteges,  sondern  durch  die  Geeignetsten  besetzt  werden,  die
einen  Begriff  haben  von  der  Einheit  der  modernen  Weltwirtschaft,
die  die  großen  Organisationen  der  Produktion  konsequent  und
mit  Rücksicht  auf  alle  berechtigten  Interessen  zu  leiten  verstehen,
deren  Hauptzweck  im  Vorwärtsbringen  der  wirtschaftlichen  Lage
der  Gesellschaft  liegt  und  die  diesem  Zweck  mit  selbstbewußter
Politik,  kühler  Berechnung  und  unermüdlicher  Ausdauer  zusteuern:
in  einer  solchen  Gesellschaft  sind  Unternehmerverbände  unentbehrlich,
  aber  unschädlich;  sie  sind  nichts  als  pünktlich  funktionierende
  und  verläßliche  Ventile,  durch  die  überflüssige  und  ruhestörende
  Dämpfe  aus  der  Gesellschaftsmaschine  sich  verflüchtigen
können.  Und  je  weiter  eine  Gesellschaft  von  diesem  Ideal  entfernt
  ist,  um  so  schwerere  und  drohendere  Gefahren  birgt  die
Kartellbewegung  in  sich:  um  so  leichter  führt  sie  zur  Aufhäufung
übermäßiger  Privatkapitalien,  zu  ungerechten  Preistreibereien,  zur
Aufsaugung  der  ÖOutsiderkonkurrenz,  zur  Ausbeutung  der  Arbeiterklasse,
  zur  Verschlechterung  der  allgemeinen  Sittlichkeit
und  zum  Sinken  des  ethischen  Niveaus  der  Gesellschaft.

Doch  was  folgt  aus  all  dem?  Ein  Verheerungskrieg  gegen
die  Kartelle  oder  aber  eine  Hebung  des  gesellschaftlichen  Niveaus,
eine  auf  die  Verbesserung  der  gesellschaftlich-ethischen  Zustände
abgesehene  nüchterne  und  gemäßigte  Reformpolitik?  Auf  diese
Frage  wird  die  Antwort  auch  verschieden  sein,  je  nach  der  Beschaffenheit
  der  einzelnen  Gesellschaften,  Staaten  und  ihrer  Leiter.
Es  kann  Staaten  geben,  in  welchen  die  Gesellschaftsethik  ein  so
sehr  unbekannter  Begriff,  in  welchen  Interessiertheit,  Nepotismus
und  Molochanbetung  die  Sitten  so  sehr  infiziert  haben,  daß  Kartellbewegung
  oder  freier  Wettbewerb,  Schutzzoll  oder  Freihandel,
Republik  oder  Cäsarismus  in  gleicher  Weise  nur  die  Verheerungen