8  35.  Versuche  zur  Lösung  des  Trustproblems  in  den  Vereinigten  Staaten.  zı1

Vereinigten  Staaten  in  Punkten,  die  mit  den  Trusts  nur  mittelbar
  zusammenhängen,  entsprechend  auszubilden,  so  das  Patentrecht,
  das  Eisenbahnrecht  und  die  Schutzzollfrage;  und  es  ist
interessant,  daß  die  Mehrheit  der  Sachverständigen  in  der  IndustrialCommission
  sich  auch  so  geäußert  haben,  daß  das  Publikum
durch  die  Kartelle  der  Eisenbahnen  nur  gewinnen  könnte,  wenn
die  Regierung  die  Frachtsätze  in  genügender  Weise  kontrollieren
würde.

Die  innerhalb  dieser  Gruppen  bestehende  große  Verschiedenheit
  der  Ansichten  schließt  eine  eingehende  Besprechung  der
Literatur  aus;  wir  müssen  uns  auf  die  kurze  Skizzierung  der
Reformvorschläge  von  einzelnen  hervorragendsten  Vertretern  derselben
  beschränken.

Henry  Adams,  Professor  an  der  Universität  Michigan,
wünscht  in  einem  Artikel  der  North  American  Review  die  volle
Durchführung  der  Öffentlichkeit  der  Handelsgesellschaften,  nicht
nur  im  Sinne  der  Publizierung  des  Gresellschaftsvertrags,  sondern
Offenkundigkeit  der  ganzen  (seschäftsgebarung  und  einheitliche
gesetzliche  Form  der  Buchführung  (statutory  book  keeping).  Zur
Sicherung  dieses  Zweckes  sollen  die  Beamten  dieser  Gresellschaften
mit  dem  Charakter  von  quasi  öffentlichen  Beamten  bekleidet  und
mit  erhöhter  Verantwortlichkeit  belegt  werden.  Die  Öffentlichkeit
als  Weg  zur  Lösung  betont  auch  W.  M.  Collier  („The  trusts“).

C.  N.  Backer  („Monopolies  and  the  people“)  legt  das
Hauptgewicht  ebenfalls  auf  die  zweckmäßige  Beaufsichtigung
der  Monopol  ausübenden  Gesellschaften.  Der  eigentliche  Eigentümer
  des  natürlichen  Reichtums  der  Erde  sei  das  Volk;  übergehen
  Vermögensobjekte  in  den  Besitz  von  einzelnen,  so  sollen
sie  dieselben  im  Interesse  der  Allgemeinheit  handhaben,  und  die
Erfüllung  dieser  Pflicht  zu  beaufsichtigen,  obliegt  dem  Staat.
Besonders  bei  den  Eisenbahnen  sei  eine  Vertretung  der  Regierung
in  der  Direktion  erwünscht.  Denselben  Standpunkt  vertritt  auch
Ch.  F.  Beach  („Trust  and  Economic  Evolution,“  1894).

Andrew  Carnegies  Werk,  „Ihe  empire  of  business“  1902,
ist  schon  wegen  der  Person  seines  Autors  von  Interesse.  Es  hat
eine  trustfreundliche  Tendenz  und  geht  davon  aus,  daß  nur  jene
Trusts  bestehen  können,  die  sich  mit  einem  mäßigen  Nutzen  zufrieden
  geben,  den  sie  nicht  durch  Schädigung  des  Publikums,
sondern  durch  Minderung  der  Produktionskosten  erreichen.