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und  wirtschaftlichen  Notzeiten  der  Vergangenheit  der  Versuch  gemacht,
  die  Preise  durch  Gesetz  gewaltsam  zu  ändern  und  aus  der  gewohnten
  Regelung  nach  Vorrat  und  Bedarf  herauszubrechen,  nach
unten  aus  sozialpolitischen  oder  nach  oben  aus  vorrats=  oder  finanzpolitischen
  Gründen.  Insofern  konnte  der  herbe  und  berechtigte  Tadel
altvergangener  Kriegspreismaßnahmen  hier  nicht  treffen.  Nicht  die
wirtschaftlichen  Grundtatsachen,  die  auf  den  Preis  wirken,  wollte
man  ausschalten,  nicht  einen  willkürlichen  Preis  erfinden,  sondern
vielmehr  den  richtigen,  angemessenen,  den  aus  den  erreichbaren  Vorräten
  und  dem  dauernden  Bedarf  sich  ergebenden  Preis  auffinden.
Ihm  sollten  nur  die  unberechtigten  weiteren  Preiseinflüsse,  die  Folgen
der  Angstnachfrage,  des  eigensüchtigen  Aufspeicherns,  der  spekulativen
Zurückhaltung,  die  Ausnutzung  vorübergehender  Verkehrsstockungen
und  eigener  wirtschaftlicher  Ubermacht,  die  neu  einsetzende  Privatmonopolbildung
  ferngehalten  werden.  Diese  Preisbildungseinflüsse
zweiter  Ordnung,  die  außer  dem  Vorrat  auf  das  Angebot,  außer
dem  Bedarf  auf  die  Nachfrage  wirken  und  die  in  Notzeiten  leicht
unberechtigt  große  und  unregelmäßige  Preissteigerungen  erzeugen,
sollte  die  amtliche  Preissetzung  zurückdrängen.  Der  offenbare  Höchstpreis
  sollte  dem  Verkehr  seine  durch  die  ungewohnte  Kriegslage
schwindende  Sicherheit  und  Stetigkeit  zurückgeben,  Wucher  und  Zurückhaltung
  leichter  erkennen  lassen,  sie  dadurch  in  der  Mehrzahl  der  Fälle
verhindern  und  im  einzelnen  ihre  wirksame  Verfolgung  unterstützen.

So  war  die  Absicht,  so  die  erste  Anwendung.  Bielerorts  sind
in  Deutschland  für  den  Kleinhandel  alsbald  bei  Kriegsbeginn  Höchstpreise
  mit  Erfolg  festgesetzt  worden.  Den  ersten  Wucherversuchen
mit  Salz,  Kohle,  Gemüse,  Mehl  und  verschiedenen  Kleinhandelswaren,
  die  nur  durch  das  Stocken  der  Gütertransporte  während
des  Aufmarschs  der  Heere  oder  durch  übermäßiges  Hamstern  vorübergehend
  mancherorten  knapp  wurden,  hat  man  wirksam  entgegentreten
  können,  so  wie  es  theoretisch  vorgesehen  war.  Die  Städte
waren  mit  Höchstpreisen  schon  früh  im  August  1914  am  Platze  und
sind  dem  Gesetze  rasch  mit  den  praktisch  dringlichen  Preissetzungen
gefolgt.  Die  Militärbehörden  gingen  in  gleicher  Richtung  vor.
Diese  PBreisordnung  im  engen  Umkreis  blieb  vorerst  die  Regel.
Sie  hatte  den  Erfolg,  daß  der  im  August  1014  emporgeschnellte
allgemeine  Preisstand  im  September  wieder  abfiel.

Das  war  ein  wichtiger  Erfolg,  denn  die  Preissteigerung  um
die  Zeit  des  Kriegsausbruches  war  um  so  schlimmer,  als  sie  das
Wirtschaftsleben  ganz  überraschend  und  unvorbereitet,  in  Ausmaß
und  Einzelheiten  ganz  unberechenbar  traf,  in  sicheren  und  wohlhabenden
  Friedensgewohnheiten.  Die  Zahlungskrise,  die  Ein-