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kann  der  verringerte  Warenvorrat  schon  von  den  nächstliegenden
Verbrauchern  aufgenommen  werden.  Die  Nahrungsmittel  bleiben
in  den  ländlichen  Kreisen  und  den  nächstgelegenen  Landstädten,  so
Milch,  Butter,  Wild,  Fische,  Gemüse,  Obst  und  dergl.  Die  Großstädte
  werden  auf  den  gewohnten  Handelswegen  nicht  verforgt,
ihre  Märkte  sind  entblößt,  nur  besonders  geschäftsgewandte  Kreise
von  hoher  Zahlkraft  und  guten  Verbindungen  verschaffen  sich  durch
direkten  Bezug  auf  neuen  Wegen  ihren  Bedarf.  Diese  neuen,
unkontrollierten  Wege  bieten  für  die  Umgehung  der  gesetzlichen
Höchstpreise  tausend  Gelegenheiten,  die  umsomehr  benutzt  werden,
je  größer  die  Versorgungsverschiebung  und  je  empfindlicher  der  entstehende
  Mangel  wird.  In  anderen  Fällen  wird  es  vorteilhaft,
aus  Schweinen,  Kohl,  Obst  usw.  Konserven  herzustellen,  wenn
diese  einen  höheren  Gewinn  und  eine  freiere  Preisstellung  ermöglichen
  als  die  dem  Höchstpreis  unterworfene  frische  Ware.  Auch
Zurückhaltung  beim  Produzenten,  der  eine  baldige  Heraufsetzung
der  zu  niedrigen  und  ungünstig  wirkenden  Höchstpreise  erhofft,  wird
die  Versorgung  gefährden.  Der  Versuch,  eine  zu  vielseitiger  Verwendung
  fähige  Ware  nur  in  einer  oder  einigen  dieser  Formen
zu  einer  zu  billigen  Preisstellung  zu  zwingen,  wird  deshalb  im
Wirtschaftsleben  schließlich  immer  scheitern  müssen.  In  solchen
Fällen  wird  der  „richtige“  Höchstpreis,  der  sener  anderen  Verwertungsmöglichkeit
  auf  freiem  Markte  gleichwertig  ist,  sich  bewähren,
  jeder  andere  dagegen  nicht.  Nun  wird  aber  auch  ein
Preis,  der  einmal  „richtig“  war,  es  wahrscheinlich  nicht  lange
bleiben.  Namentlich  bei  landwirtschaftlichen  Produkten  ist  die
Preisbewegung  von  Jahr  zu  Jahr  und  von  Jahreszeit  zu  Jahreszeit
natürlich  gegeben.  Ein  starr  festgehaltener  Höchstpreis
wird  dagegen  einen  schweren  Stand  haben,  namentlich  setzt  in  der
Kriegszeit,  wo  Vorrat  und  Bedarf  sich  noch  viel  schneller  und
überraschender  verschieben  als  irgendwann  sonst.  Stört  ein  zu
niedriger  Preis  die  Versorgung,  so  umgekehrt  auch  ein  zu  hoher.
Ein  solcher  Höchstpreis  kann  leicht  als  Taxpreis,  Normalpreis
aufgefaßt,  als  Mindestpreis  behandelt  werden  und  die  naturgemäßen
Preisabsenkungen,  z.  B.  für  Frühobst,  Gemüse  und  Kartoffeln  im
Sommer,  verhindern  oder  verlangsamen  und  dadurch  die  Versorgung
  der  Massen  beeinträchtigen.

Leidet  unter  zu  niedrigen  Preisen  der  sparsame  Verbrauch  und
die  gleichmäßige  Verteilung,  so  kann  auch  die  Erzeugung  und
Beschaffung  der  Produkte  durch  unrichtige  Preisstellung  unterbunden
  werden.  Der  Krieg  bringt  vielfach  eine  Steigerung  der  Gestehungskosten,
  schwierigere  Arbeiterbeschaffung  durch  hohe  Löhne  und