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nicht  für  den  Landwirt  der  Anreiz  übergroß  wird,  sein  Getreide
zu  verheimlichen  und  zu  verflittern,  anstatt  es  zu  billig  abzuliefern.
Es  darf  ihm  auch  kein  übergroßer  Anreiz  gegeben  werden,  im
nächsten  Jahre  statt  Brotgetreide  Futtergetreide  zu  bauen  oder
gar,  wie  in  Frankreich  beobachtet,  überhaupt  den  Anbau  einzustellen
  oder  sonst  durch  Anderungen  des  Wirtschaftsplans  die  Ziele
der  Kriegswirtschaft  zu  durchkreuzen.  So  hat  die  Kriegswirtschaft
auf  Schritt  und  Tritt  die  natürlichen  Preisbeziehungen  zu  beachten.
Die  Preisverschiedenheiten  nach  Orten  müssen  den  wirklichen  Transportkosten
  entsprechen,  wenn  nicht  —  öffentlich  oder  heimlich  —  die
Waren  in  falsche  Bahnen  und  auf  Umwege  gelenkt  werden  sollen.
Die  zeitlichen  Preisverschiedenheiten  nüssen  den  Ausgaben  für  Lagerung
  und  Schwund  entsprechen.  Sonst  wird  die  Ware  frühzeitig
verschleudert  oder  allzu  lange  zurückgehalten.  Oanach  sind  die  Preise
für  Getreide,  Mehl,  Kartoffeln,  Zucker,  Butter,  Bieh  und  Fleisch
usw.  fetzt  wieder  zum  dritten  Kriegsfahre  hin  sorgsam  überprüft
worden,  und  dieselbe  Arbeit  erwächst  immer  von  neuem.  Zwischen
dem  Verkaufs=  und  Bewirtschaftungswert  der  Produkte  soll  ein
richtiges  Berhältnis  bestehen,  ebenso  zwischen  den  Preisen  der  Erzeugnisse,
  die  sich  in  der  Ernährung  oder  im  Anbau  gegenseitig  vertreten
  und  ersetzen  können,  zwischen  Rohprodukten,  Halbfabrikaten
und  verbrauchsfertigen  Waren  den  Zwischenspesen  entsprechend,
zwischen  Düngemitteln  und  Getreide,  zwischen  den  Preisen  von
Futtermitteln  und  Bieh,  von  Zucht=  und  Schlachtvieh,  von  Wildund
  Rindfleisch,  von  Milchertrag  und  Verkaufêwert  der  Kühe  usw.
Konsumfreundliche  Preise  der  Nahrungsmittel  haben  für  die  Kriegszeit
  das  alte  BVerhältnis,  daß  jedes  Brodukt  in  der  unmittelbaren
Berwendung  als  Lebensmittel  besser  bezahlt  wird  wie  als  Nohstoff
und  Futtermittel,  umgekehrt.  Verfütterung  von  Lebensmitteln
mußte  durch  harte  Verbote  und  Strafen  verhindert  werden.  Die
Preisverhältnisse  haben  es  ebenso  zu  einem  vorteilhaften  Geschäft
gemacht,  Butter  verderben  zu  lassen  und  sie  als  Schmiermaterial
zu  verwerten.  Eine  lückenlose  Kriegspreispolitik  soll  derartiges
möglichst  verhindern  und  die  Preise  gegeneinander  abstimmen.  Das
ergibt  die  normalen  Preissetzungen,  die  auch  eine  öffentliche  Bewirtschaftung
  nicht  vernachlässigen  darf.
NMatürlich  richtet  sich  an  die  für  die  Preissetzung  maßgebenden
Stellen  der  Ansturm  der  Beteiligten,  die  setzt  in  ihrer  wirtschastlichen
Lebensfähigkeit  von  der  Preiswahl  weitgehend  abhängig  werden.
Der  Verbraucher  will  den  möglichst  niedrigen,  der  Erzeuger  den
möglichst  hohen  Preis  haben.  Nach  Gesichtspunkten  der  Wittelstandspolitik
  (der  alten  Nahrungspolitik  früherer  Jahrhunderte)  will  der