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„Handelswirtschaft“  als  gleichbedeutend  mit  dem  Begriff  „Weltwirtschaft"
  bezeichnen.  —  —

Die  Rolle  des  Breises.  Hieraus  ergibt  sich  ein  Drittes:
Jedes  Kaufen  und  Verkaufen  setzt  einen  Wertmesser  allgemeiner
Natur  voraus,  an  welchem  seder  Einzelne  den  Wert  des  Gutes
mißt,  dessen  er  sich  entäußern  will,  und  andererseits  des  Gutes,
das  er  zu  kaufen  vorhat.  Wir  pflegen  wenigstens,  solange  wie
Einzelgut  mit  Einzelgut  verglichen  wird,  von  Naturaltausch  zu
sprechen  und  die  Bezeichnung  „kaufen“  erst  anzuwenden,  wenn  von
außen  her  ein  Bergleichsmaßstab  in  die  Güterhingabe  und  den
Glitererwerb  hineingebracht  wird.  Dies  ist  bekanntlich  die  Aufgabe
  des  Geldes.

Mag  es  in  primitiven  Verhältnissen  sich  in  der  Form  irgendwelcher
  Luxusgegenstände,  wie  etwa  bei  Nomaden  und  Hirten  in
der  Form  von  Bieh,  oder  aber  in  höher  entwickelter  Wirtschaft
in  der  Form  der  Münzen  sich  halten  —  charakteristisch  scheint  immer
zu  sein,  daß  nicht  eigentliche  Gebrauchsgegenstände,  mit  deren  Besitz
ein  unmittelbarer  Nutzungswert  sich  verbindet,  hierfür  genommen
werden,  sondern  Güter,  welche  gerade  deshalb,  weil  sie  nicht  einer
unmittelbaren  Nutzung  unterworfen  werden  —  wie  der  Biehbesitz
eines  Nomaden  —  dem  Besitzer  soziales  Ansehen  und  soziale  Macht
verleihen;,  Geld  und  Schmuck  stehen  offensichtlich  überall  eng
beieinander.  In  dieser  Entwicklung  bedeutet  aber  die  Münze  nur
ein  Vorstadium  der  letzten  Entwicklung.  Die  äußerste  Loslösung
vom  Gebrauchswert  ist  in  den  bargeldlosen  Zahlungen  zu  erblicken,
welche  die  geldmäßige  Bewertung  der  Güter  ganz  und  gar  ins
Abstrakte  hineingezogen  haben.  Der  Geizhals,  der  im  Golde  wühlt,
ist  ebenso  wie  Faustens  Gretchen,  das  am  Golde  hängt,  im
Empfindungsleben  noch  einigermaßen  naturalwirtschaftlich  gerichtet.
Oas  Ziel  neuzeitlichen  Wirtschaftsstrebens  sind  die  hohen  Ziffern
eines  Bankkontos  geworden,  die  kaum  noch  eine  Beziehung  zu  wirklich
  vorhandenen  Ge'dmünzen  haben.  Damit  ist  dem  ganzen
Wirtschaftsleben  das  abstrakt  Kalte  der  geldmäßigen  Bewertung
aufgedrückt.  Bon  der  Gewohnheit  des  Kaufens  und  Verkaufens
kommt  es  her,  bis  in  die  feinsten  Adern  nichtwirtschaftlicher  Tätigkeit
  greift  es  hinein.  Selbst  die  Bedeutung  einer  künstlerischen
oder  wissenschaftlichen  Leistung  wird  mit  Vorliebe  nach  den  Preisen
bemessen,  welche  damit  erzielt  werden  können.  Auch  der  Ausdruck
„Preiswirtschaft“  ist  mit  dem  Begriffe  Weltwirtschaft  und  Handelswirtschaft
  gleichbedeutend  geworden.