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Beim  Konsum  industrieller  Rohstoffe  steht  es  anders.  Hier
ist  die  Kaufkraft  der  Kauflustigen  nichts  weniger  als  ausgeglichen.
Sie  wird  nicht  unmittelbar  von  der  technischen  Leistungsfähigkeit  der
einzelnen  Betriebe,  sondern  von  der  Kapitalkraft  entscheidend  bestimmt.
  Und  diese  ist  von  Betrieb  zu  Betrieb  bekanntlich  ganz
außerordentlich  verschieden.  Infolgedessen  ist  bei  Rohstoffen  der
Preis  ausschlaggebend  für  den  Umfang,  in  welchem  der  Einzelne
gemäß  seiner  Kapitalkraft  sich  am  Einkaufe  betätigen  kann.  Reicht
diese  gegenüber  erhöhten  Preisen  nicht  mehr  aus,  den  von  der  technischen
  Leistungsfähigkeit  bestimmten  Bedarf  einzudecken,  so  muß
das  betroffene  Werk  trotz  aller  Dringlichkeit  den  Stoff  an  die
kapitalkräftigen  Betriebe  abfließen  sehen,  mag  auch  deren  Bedarf,
an  der  technischen  Berarbeitungsfähigkeit  gemessen,  vielleicht  nicht
einmal  so  dringlich  sein.  Der  Mengenzufluß  allein  sichert  nicht  eine
gleichmäßige  Verteilung.

In  der  Produktionssphäre  ist  das  BVerhältnis  wiederum  anders.
Da  stellt  sich  bei  den  Lebensmitteln  für  ein  bestimmt  umgrenztes
Gebiet  die  Produktion  nach  den  Preisen  ein:  diesenigen  natürlichen
und  technischen  Gelegenheiten  der  Bodenbenutzung  können  tatsächlich
ausgenutzt  werden,  bei  denen  die  Produktionskosten  hinter  den  marktmäßig
  gebildeten  Preisen  zurückbleiben;  die  Mengenfrage,  die  von
dem  lokalen  Bedarf  aufgerollt  wird,  hat  für  die  lokale  Lebensmittelerzeugung
  ihre  Bedeutung  verloren,  seitdem  die  Nachfrage
in  Deutschland  die  lokale  Erzeugung  übersteigt.  Bei  der  Verarbeitung
  industrieller  Rohstoffe  dagegen  fällt  zwar  die  lokale  Gebundenheit
  an  dem  Absatz  ebenfalls  fort,  aber  die  Fabrikationskosten,
die  entscheidend  von  der  Technit  und  nicht  von  den  Bodenverhältnissen
  bestimmt  werden,  sind  gegenüber  den  Preisen  in  hohem
Grade  anpassungsfähig,  und  diese  sind  deshalb  nicht,  wie  bei  den
Lebensmitteln,  für  den  Umfang  der  Fabrikation  ausschlaggebend.
Bielmehr  hängt  die  Arbektsmöglichkeit  eines  Industriebetriebes
im  wesentlichen  davon  ab,  inwieweit  es  ihm  gelingt,  sich  technisch
auf  den  seweils  gegebenen  Preisstand  dieser  Verkaufsobjekte  einzurichten,
  und  das  ist  wiederum  eine  Frage  der  Kapitalkraft  des
einzelnen  Unternehmens,  da  hiervon  die  Einführung  technischer
Vervollkommnungen  im  einzelnen  bestimmt  wird.

Das  Ergebnis  ist  dann  bei  Lebensmitteln  und  Nohstoffen  für
die  Mengenfrage  das  gleiche:  hier  wie  dort  ist  keinerlei  Sicherheit
  gegeben,  daß  in  der  weltwirtschaftlichen  Organisation  alle  technischen
  und  natürlichen  Produktionsmöglichkeiten  eines  bestimmten
Gebietes  auch  wirklich  ausgenutzt  werden.  Aber  die  Preisfrage
ist  von  wesentlich  verschiedener  Bedeutung.  —  —