hier  liegen  die  Hauptaufgaben,  die  den  Gemeinden  voraussichtlich
  für  alle  Zukunft  nicht  mehr  genommen  werden  können
—  diese  Tendenzen  müssen  ständig  überwacht  und  dort,  wo
sie  in  den  tatsächlichen  wirtschaftlichen  Verhältnissen  keine
Grundlage  finden,  abgeändert  werden.  Zu  diesem  Behufe
bedarf  es  eines  Zusammenwirkens  von  Reich,  Staat  und
Gemeinden,  wobei  diesen  als  den  mit  den  örtlichen  Verhältnissen
  und  Bedürfnissen  vertrautesten  Stellen  die  Hauptarbeit
  zufällt.

An  eine  Monopolisierung  aller  Nahrungs=  und  Genuß--mittel
  denkt  gegenwärtig  gewiß  kein  Mensch,  noch  viel  weniger
an  ihre  Alleinproduktion  durch  die  Gemeinden.  Eine  andere
Frage  ist  die,  ob  nicht  für  bestimmte  Arten  von  Nahrungsmitteln
  die  Erzeugung  und  Verteilung  durch  die  Gemeinden
geboten  erscheint.  Die  Wasserversorgung  liegt  ja  bereits
heute  in  ihren  Händen.  In  Frage  kämen  nur  die  wichtigsten
Volksnahrungsmittel,  deren  Bewirtschaftung,  wie  der  Krieg
gezeigt  hat,  keine  unüberwindlichen  technischen  Schwierigkeiten
entgegenstehen:  Brot  und  Mehl,  Milch  und  Molkereiprodukte,
Fleisch  und  Fleischprodukte.

Vor  dem  Kriege  lag  die  Verfügungsmacht  über  das  in
seiner  Bedeutung  für  das  Leben  der  Nation  wertvollste
wirtschaftliche  Gut,  das  Getreide  —  Deutschland  verbraucht  jährlich
  etwa  9½  Millionen  Tonnen  Roggen  und  6⅛½  Millionen
Tonnen  Weizen  —  weder  in  den  Händen  der  landwirtschaftlichen
  Erzeuger,  noch  in  denen  der  Verbraucher.  Vielmehr  teilten
sich  Getreidegroßhändler  und  Großmühlen  in  die  Herrschaft  über
den  Markt,  den  sie  in  stets  zunehmendem  Maße  zu  monopolisieren
  verstanden.  Heute  in  der  Kriegsnot  haben  sich  die  öffentlichen
  Gewalten  der  Getreide-,  Mehl-  und  Brotversorgung  der
Bevölkerung  bemächtigt,  was  ihnen  sicherlich  ohne  das  schon
ziemlich  weit  gediehene  Müller=  und  Händlermonopol  wesentlich
  schwerer  geworden  wäre.  Es  ist  kaum  anzunehmen,  daß
sie  sich  aus  der  einmal  eroberten  Stellung  wieder  zurückziehen
werden.  Auf  eine  dahingehende  Neigung  lassen  jedenfalls