Vorstadtmärkte  für  Lebensmittelerzeuger.  19

diese  viel  mehr  mit  den  Erzeugnissen  rechnen,  die  sie  ohne
Handel  verkaufen  können,  als  bisher.

Dazu  ist  es  aber  nötig,  daß  die  kleinen  Besitzer,  die  in
der  Nähe  der  Stadt  wohnen,  nicht  mehr  nötig  haben,  mit
ihren  Etzeugnissen  durch  die  ganze  Stadt  zu  fahren,  sondern
auf  einem  Vorstadtplatz  ihren  Stand  finden  und  dort  ihre
Ware  feil  halten  dürfen.

Die  Richtigkeit  dieser  Annahme  wird  dadurch  bestätigt,
daß  in  Ausspannungen  und  Gasthöfen  ein  unmittelbarer
Verkauf  der  Landesproduktion  an  die  Verbraucher  stattfindet.

Die  selbstgeschaffene  Verkaufsgelegenheit  entspricht  aber
keineswegs  den  notwendigen  Anforderungen.
siädten:  die  städtishen  Markhallen  sind  aber  gonse  für  die
Vorstadtbewohner  nur  sehr  schwer  zu  erreichen,  da  sie  zu  abgelegen
  sind.

Die  Frauenarbeit,  die  immer  mehr  zunimmt,  erschwert
die  Haushaltsführung  der  kleinen  Familien  auf  das  allerempfindlichste.
  Die  kurz  bemessene  Zeit,  die  der  Frau  zum
Einkauf  von  Lebensmitteln  übrig  bleibt,  macht  es  ihr  un-Mmöglich,
  wenigstens  die  Frühmärkte  der  Erzeuger  aufzusuchen,
denn  dieser  Frühmarkt  befindet  sich  meistens  nur  an  einer
Stelle  der  Stadt,  die  Entfernungen  sind  zu  groß,  der  Transport
  zu  schwierig  und  zu  teuer,  und  so  wird  die  Arbeiterfrau
auch  bei  dem  Bedarf  der  Landesproduktion  zum  Händler
(Bäudler)  getrieben.

Gerade  diese  Familien  sind  am  allermeisten  auf  die
pflanzliche  Ernährung  angewiesen.  Die  Arbeiterfrau  braucht
für  ihre  Familie  heut  viel  größere  Mengen  an  Gemüse  als
früher.  Dieselbe  ist  nicht  mehr  in  der  Lage,  noch  große
Quantitäten  Vorrat  nach  Haus  zu  bringen,  wenn  der  Einkaufsplatz
  so  weit  von  ihrer  Wohnung  oder  ihrer  Arbeitsstätte
  liegt.

Würden  Vorstadtmärkte  eingerichtet  sein,  die  mindestens
bis  2  Uhr  mittags  für  die  Erzeuger  zu  besuchen  sind,  so

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