20  Vorschläge  zur  Ernährung  des  deutschen  Volkes  in  Krieg  und  Frieden.

könnte  die  Arbeiterfrau  auch  ihre  Mittagsstunde  dazu  benutzen,
um  direkt  einzukaufen.  Es  wären  dann  aber  Vorkehrungen
zu  treffen,  daß  diese  Vorstadtmärkte  nicht  von  Händlern
besucht  werden,  damit  diese  den  beabsichtigten  Verkehr  zwischen
Erzeuger  und  Verbraucher  nicht  unterbinden.

Die  Höchstpreisfestsetzung  für  Gemüse  ist  so  schwankend,
die  Kontrolle  der  kleinen  Händler  (Bäudler)  bezüglich  der
Preisforderungen  ist  so  schwer,  daß  hier  unbedingt  ein
anderer  Weg  für  Verkäufer  und  Käufer  geschaffen  werden
muß.

Die  Vorstadtmärkte  wieder  zu  eröffnen  und  zu  vermehren
  hat  schon  deshalb  seine  Berechtigung,  da  Verkehrsstörungen
  während  und  unmittelbar  nach  dem  Kriege  weniger
zu  befürchten  sind,  als  in  den  letzten  Jahren  vor  dem  Kriege.

Dort  wo  freie  Märkte  nicht  vorhanden  sind,  bleibt  es
der  Stadtverwaltung  auch  überlassen,  solche  Verkaufsstellen
in  gedeckten  Mietsräumen  oder  Hofräumen  zu  beschaffen.
Durch  diese  Anordnung  könnte  die  Stadtverwaltung  in  sehr
weitgehender  Weise  den  Lebensunterhalt  der  Familien  erleichtern.
