Gemusebau  auf  städtischem  Gelände.  29.

und  Anbauern  überlassen,  so  werden  wir  schon  im  nächsten
Jahr  nicht  mehr  in  der  Lage  sein,  die  immer  mehr  steigende
Nachfrage  in  genügendem  Umfange  zu  befriedigen.

Das  Kriegsjahr  1916  hat  uns  durch  die  hohen  Preise
die  Bestätigung  gegeben,  daß  unsere  Vorräte  an  Gemüsekonserven
  und  Trockengemüsen  erschöpft  sind.  Eine  weitere
Bestätigung  dieser  Annahme  ist  die  Beschlagnahme  der  Gemüsekonserven.


Um  die  große  Menge  pflanzlicher  Nährstoffe  zu  erzeugen,
ist  es  notwendig,  daß  die  Behörden  und  Städteverwaltungen
sich  unbedingt  mit  dieser  Frage  beschäftigen,  um  auf  allerschnellste
  Art  Anordnungen  treffen  zu  können,  damit  kein
empfindlicher  Mangel  eintritt.

Die  städtischen  Gartenbauverwaltungen  besitzen  alle  hierzu
erforderlichen  Einrichtungen  wie  Geräte,  Dünger,  zu  Pflanzenkultur
  die  Frühbeetfenster  usw.  Die  meisten  Gemeinden  verfügen
  über  den  erforderlichen  Boden,  und  so  dürften  die
Städte  mit  Hilfe  ihrer  Gartenbauverwaltungen  die  Berufensten
sein,  um  auf  diesem  wichtigen  Gebiete  der  Volksernährung
mitzuhelfen.

Der  Gemüsebau  erfordert  viel  Arbeit.  Aus  diesem
Grunde  gehört  der  Gemüsebau  in  die  Nähe  der  Stüädte,
da  hier  die  Arbeitskräfte  leichter  zu  beschaffen  sind  als
auf  dem  Lande,  besonders  in  der  Zeit,  wo  der  Gemüsebau
Hilfsarbeiter  benötigt.

Die  Wasserversorgung  für  den  Gemüsebau  in  größerem
Umfange  läßt  sich  ebenfalls  in  der  Nähe  der  Stadt  viel
leichter  ermöglichen  als  auf  dem  flachen  Lande.

Falls  die  städtischen  Parkanlagen  zum  Anbau  von  Nährpflanzen
  benutzt  werden  sollten,  sind  die  Einrichtungen  zur
Wasserversorgung  größtenteils  schon  vorhanden.

Kleinere  Städte,  die  eine  eigene  Gartenbauverwaltung
nicht  besitzen,  müßten  diese  Arbeit  der  Friedhofsverwaltung.
übertragen.  Auch  sollte  dafür  Sorge  getragen  werden,  daß
die  großen  freien  Flächen  der  Friedhöfe  nicht  nur  der  Gras-