30  Vorschläge  zur  Ernährung  des  deutschen  Volkes  in  Krieg  und  Frieden.

nutzung  dienen,  sondern  ebenfalls  für  den  Gemüsebau  verwendet
  werden.

Doberan  in  Mecklenburg,  ein  kleiner  Badeort,  hat  schon
1916  seinen  Kurplatz,  der  mitten  in  der  Stadt  liegt,  mit
Kartoffeln  bebauen  lassen.  Dieses  Beispiel  ist  dort  von  allen,
auch  den  kleinsten  Gartenbesitzern,  befolgt  worden,  und  so
manche  Familie  hat  dadurch  in  dem  knappen  Kartoffeljahr
1916  ihre  eigenen  Erzeugnisse  gehabt.

Auch  alle  umliegenden  Ortschaften  sind  dieser  Anregung
gefolgt.

Wenn  Städte  in  so  ackerbaureichen  Gegenden  diese
Maßnahmen  für  notwendig  halten,  so  dürfte  auch  für  jede
andere  Stadt  eine  Nachahmung  am  Platze  sein.

Im  Jahre  1915  wurden  aus  Holland  noch  für  etwa
49  Millionen  Mark  Pflanzennährstoffe  (Gemüse)  eingeführt.
Die  Einfuhr  von  Gemüse  wird  auch  unmittelbar  nach  dem
Kriege  noch  nicht  gleich  einsetzen.  Unsere  Vorräte  im  Lande
sind  aufgebraucht,  und  wir  stehen  nun  vor  der  Aufgabe,
selbst  so  umfangreich  pflanzliche  Nährstoffe  anzubauen,  daß
darin  ein  Mangel  nicht  eintreten  kann,  da  wir  sonst  auch
mit  diesem  Nahrungsmittel  in  die  allergrößte  Verlegenheit
kommen.

Soll  diese  Aufgabe  erfüllt  werden,  so  müssen  vor  allen
Dingen  behördliche  Verwaltungen  mit  ihren  gelernten  Arbeitern
und  Hilfskräften  für  ausgiebige  Anpflanzungen  Sorge  tragen.