Bamt  mehr  Hülsenfrächte  an  61

XI.
Baut  mehr  Hülsenfrüchte  an!

Von  Königl.  Garteninspektor  G.  A.  Langer,  Abtellungsvorsteher  und.

Lehrer  an  der  Königl.  Gärtnerlehranstalt  in  Proskau  O/Schl.

Unter  allen  pflanzlichen  Nahrungsmitteln  der  Erde  stehen
die  Hülsenfrüchte  durch  ihren  hohen  Nährstoffgehalt  obenan.
In  allen  Ländern  und  Erdieilen  finden  wir  die  eine  oder
andere  Art  als  wichtiges  oder  gar  als  Hauptnahrungsmittel.

Vomehmlich  ist  es  der  hohe  Stickstoffgehalt,  der  die
Samen  der  Hülsenfrüchte  auszeichnet.  Während  Ochsenfleisch,
  je  nach  Beschaffenheit  15—20  %  Stickstoffbestandteile
  enthält,  sind  davon  im  Getreide  11—13  %  und  in
den  Hülsenfrüchten  23—25  vorhanden.  Hauptsächlich
handelt  es  sich  dabei  um  Pflanzenkaseine,  besonders  um  das
Legumin.  Auch  Rohfett  enthalten  die  Hülsenfrüchte  mehr
als  die  Getreidearten  (bis  2%).  Der  Stärkegehalt  schwankt
zwischen  48—5  3  ,  gegenüber  68—70  %  bei  den  Getreidearten.
  Im  allgemeinen  sind  die  Hülsenfrüchte  schwerer  verdaulich
  als  die  Getreidearten  und  sonstige  flanzliche  Nahrungsmittel.
  Sie  dürfen  nicht  einseitig  und  in  zu  großen
Mengen  genommen  werden  und  erfordern  auch  eine  besondere
  Zubereitung.  Das  Verhältnis  des  Nährwertes
der  Hülsenfrüchte  (Samen)  gegenüber  anderen  wichtigen
Gemüsearten  zeigt  nachfolgende  Tabelle  auf  Seite  62.

Welche  Hülsenfruchtarten  kommen  für  den  vermehrten
  Anbau  in  Betrachte  Es  gehören  überhaupt
dazu:  Bohnen,  Erbsen,  Puffbohnen,  Linsen,  Sojabohnen
und  Lupinen.  Als  menschliche  Massen-Nahrungsmittel
werden  in  unseren  Verhältnissen  hauptsächlich  Bohnen  und
Erbsen  in  ausgedehntestem  Maße  anzubauen  sein.

Die  Boden=  und  allgemeinen  Nährstoff-Anfprüche
find  bei  den  einzelnen  Arten  etwas  abweichend.  Gemeinhin