62  Vorschläge  zur  Ernährung  des  deutschen  Volkes  in  Krieg  und  Frieden.

kann  wohl  gesagt  werden,  daß  die  Hülsenfrüchte  (Leguminosen)
  zu  den  anspruchsloseren  Gemüsearten  zählen.
Doch  muß  der  vielfach  verbreiteten  irrigen  Ansicht  entgegengetreten
  werden,  daß  auf  jedem  toten  Odlandboden  ohne
weiteres  lohnende  Erträge  erzielt  werden  können.  Die  Lage
soll  möglichst  frei,  dabei  geschützt  sein.  Im  Schatten  wachsen
die  Pflanzen  nur  ins  Kraut,  setzen  aber  wenig  Blüten  und
Früchte  an.  Außerdem  werden  in  beschatteten,  eingeschlossenen
Lageverhältnissen  Mehltau,  Fleckenkrankheit  und  andere  krankhafte
  Erscheinungen  hervorgerufen.  Die  Hülsenfrüchte  bevorzugen
  mit  Ausnahme  der  Puffbohnen  einen  leichteren,  lockeren,
tiefgründigen,  mehr  trockenen  als  feuchten  Boden.  Da  die
Hülsenfrüchte  ein  besonders  großes  Kalkbedürfnis  haben,
so  müssen  kalkarme  Böden  vor  dem  Anbau  gekalkt  werden.

Ei-  Stärke  O  «-Art
  „„  Fett  und  906  Wasser  Salze
weiß  «  Zucker  faser
’
Hallenfrächte  4  177  520  55.115  26
Spinatt  3,5  0.5  45  1,00  88,  2,0
Weißkraut  1,8  0,2  55  16900  2
alat  144  %
Spargel  18  03  26  10  04
Kohlrüben  15  02  8,2  1,7  86,0  1,2
Mohrrüben  1,10,2  8,2  100|  890  07
Kartoffeen.  2,0  0,1  20,  10  75,5  10,0
Pilz  3,0  0,.2  52  07|9  07

Damit  kommen  wir  zu  der  Düngung  der  Hülsenfrüchte,
besonders  der  Erbse  und  der  Bohne.  Diese  Pflanzengruppe
zeichnet  eine  Eigenschaft  vor  allen  anderen  Pflanzenfamilien
aus:  sie  kann  den  teuersten  Pflanzennährstoff,  den  Stickstoff,
mit  Hilfe  von  an  ihren  Wurzeln  in  kugligen  Wucherungen
lebenden  Spaltpilzen  (Bakterien)  aufnehmen.  Man  bezeichnet
deshalb  auch  diese  Pflanzenarten  als  Stickstoffsammler
Eine  frische  Stallmistdüngung,  bei  der  vornehmlich  der  Stick-