Baut  mehr  Hülsenfrüchte  an!  63

stoffgehalt  in  Betracht  kommt,  ist  deshalb  zunächst  überflüssig,
dann  aber  auch  geradezu  schädlich,  da  die  so  gedüngten  Hülsenfrüchte
  eine  Unmasse  Laub  und  dafür  wenig  Früchte  entwickeln.
  Stallmist  jeder  Art,  Abortdünger,  Jauche  und
sonstige  stickstoffreiche  Düngemittel  sind  also  zu  vermeiden.
In  jedem  Gemüsegarten,  klein  oder  groß,  sollte  ein  strenger
Fruchtwechsel  durchgeführt  werden,  d.  h.  es  muß  vermieden
werden,  daß  dieselbe  Gemüseart  wieder  auf  dasselbe  Stück
Land  kommt.  Erbsen  und  Bohnen  werden  demnach  in
mageren  Böden  auf  im  Vorjahre  mit  Stallmist  gedüngtes
und  mit  Kohlarten,  Sellerie  oder  Gurken  bebautes  Land
gebaut,  in  besseren  älteren  Kulturböden  sogar  erst  in  dritte
Tracht,  d.  h.  auf  vor  2  Jahren  stark  gedüngtes  Land  gesetzt,
das  vorher  Wurzelgewächse  oder  Zwiebeln  trug.  Außer
Stickstoff  müssen  aber  alle  anderen  Nährstoffe  reichlich  gegeben
werden.  Sehr  zu  empfehlen  ist  die  Verwendung  von
Kompost.

Um  in  der  allerersten  Wachstumszeit  den  jungen  Pflänzchen
  den  vorläufig  noch  fehlenden  Stickstoff  zu  geben,  ist  eine
„Impfung“  des  zu  bebauenden  Stückes  mit  einer  Wenigkeit
Boden,  auf  dem  im  Vorjahre  Hülsenfrüchte  standen,  recht
ratsam.  Auf  ein  Gartenbeet  genügen  dazu  wenige  Schaufeln
Erde  aus  der  Oberkrume  eines  vorjährigen  Erbsen=  oder
Bohnenbeetes.  Schon  früher  wurde  auf  das  hohe  Kalkbedürfnis
  hingewiesen.  Auf  100  qm  (1  ar)  gebe  man
25—30  kg  Kalk,  der,  wenn  pulverartig  zerfallen,  sofort
unterzubringen  ist.  Zum  erfolgreichen  Anbau  gehört  auch
eine  stärkere  Phosphorsäure=  und  Kalidüngung.  Man
kann  diese  in  Form  der  künstlichen  Handelsdüngemittel
Thomasmehl  und  40%  iges  Kalisalz  geben.  Um  einen  Anhaltspunkt
  zu  bieten,  nenne  ich  als  Mengen  50  Gramm
Thomasmehl  und  30  Gramm  40%  ges  Kalisalz  auf  den  Quadratmeter
  Anbaufläche.  Auch  gibt  es  im  Handel  schon  fertiggemengte
  künstliche  Mischdünger  für  solche  Zwecke.  Als  reelle
Zusammenstellungen  nenne  ich  davon  die  Albertschen  und