68  Vorschläge  zur  Ernährung  des  deutschen  Volkes  in  Krieg  und  Frieden.

Aussaat  und  Behandlung.  Von  Anfang  März
an  kann  man  bis  Juni  alle  14  Tage  eine  neue  Aussaat
vornehmen.  Niedrige  Sorten,  die  nicht  gereisert  zu  werden
brauchen,  werden  in  einem  Reihenabstand  von  35—40  cm
ausgesät.  Der  Abstand  der  einzelnen  Samen  sollte  2—4  cm
betragen.  Hochwachsende  Sorten  müssen  einen  Reihenabstand.
von  mindestens  50  cm  bekommen,  und  je  2  Reihen  sind  dann
noch  durch  einen  breiteren  Weg  zu  trennen.  Im  größeren
Anbau  empfiehlt  es  sich,  den  Reisererbsen  einen  Reihenabstand.
von  20  cm  zu  geben  und  immer  nach  je  2  Reihen  einen
Abstand  von  0,60—1  m  zu  belassen.  Die  Reihen  müssen
von  Norden  nach  Süden  gerichtet  sein.  Die  Samen  müssen
4—5  em  tief,  in  sehr  leichten  Böden  auch  noch  etwas  tiefer
liegen.  Wenn  die  Pflanzen  8—10  cm  hoch  sind,  werden
sie  behackt  und  behäufelt  und  die  hohen  Sorten  mit  Reisern
umsteckt.  Auch  kann  billiges  Drahtgewebe  (alter  Drahtzaun)
zum  Festhalten  Verwendung  finden.

Man  kann  auch  Mitte  Februar  frühe  Sorten  in  Holztistchen
  aussäen  und,  nachdem  sie  3—4  Blätter  haben  und
abgehärtet  sind,  im  Freien  reihenweise  auspflanzen.  Bis  zum
Auspflanzen  sind  sie  natürlich  luftig  m  halten,  damit  sie
nicht  vergeilen.

Um  die  ausgesäten  Samen  vor  Vogelfraß  zu  schützen,
empfiehlt  es  sich,  die  Erbsen  vor  dem  Auslegen  in  Wasser
zu  legen  und  dann  mit  Mennigpulver  zu  bestreuen.

Eine  vorzügliche  Nachfrucht  nach  Erbsen  ist  der  niedrige
Grünkohl.  Dieser  wächst  auch  ohne  jede  neue  Düngung,  besonders,
  wenn  das  tote  Erbsenkraut  untergegraben  wurde.

3.  Puffbohne
lauch  Acer=  Sau=  oder  Pferdebohne  genannt).

Diese  bei  uns  im  Osien  leider  viel  zu  wenig  angebaute
nährstoffreiche  Hülsenfrucht  verlangt  einen  mehr  fetten,  gedüngten
  Boden  und  gedeiht  auch  noch  auf  schwerem  tonigem.
Boden  gut.