72  Vorschläge  zur  Ernährung  des  deutschen  Volkes  in  Krieg  und  Frieden.

Sandböden  vorwiegend  organisch-humose  Zusätze,  wie  strohigen
Stallmist,  verrottetes  Laub,  Schlamm  oder  Schlick  bekommen.
Auch  Torfzusatz  erhöht  die  Wasser=  und  Nährstof  Aufnahmefähigkeit
  des  Sandbodens.

LLehm--  und  Tonböden  werden  zwecknähig  durch  Sand
oder  Asche  gelockert,  durch  Pferdedung  „erwärmt“  und,  falls
sie  kalkarm  sind,  durch  Kalkung  „gemergelt“.

Auch  gut  verrotteter  Kompost  schafft  wirksame  Lockerung.

Kalkböden,  sofern  sie  tiefgründig  sind,  eignen  sich  gleich
krümeligen  Lehmböden  vorzüglich  zum  Obstbau.  Sie  sind  durch
Torf,  Sand,  Kompost  und  verrotteten  Dünger  zu  verbessern.
Diese  4  Bodenarten  findrn  sich  am  häufigsten,  jedoch
wird,  vornehmlich  auf  alten  Kulturflächen,  ein  mehr  oder
weniger  einheitliches  Bodengemisch  vorherrschen.

Was  nun  die  Menge  der  zu  verabreichenden  Düngemittel
  anbetrifft,  so  bestehen,  hauptsächlich  in  Nichtfachkreisen,
oft  weit  auseinandergehende  Ansichten.  Freilich  kann  man
nicht  für  jeden  beliebigen  Fall  an  unwiderruflich  feststehenden
Gewichtsmengen  festhalten,  dazu  ist  das  Nährstoffbedürfnis
der  Pflanzen  doch  zu  verschieden.  Dennoch  tut  man  gut,
sich  an  mittlere,  ausgeprobte  Normen  und  vor  allem  an  einen
regelmäßigen  Tumus  zu  gewöhnen
EI  seien  hier  noch  einige  Worte  über  tunstiche  dünge.
mittel  gesagt.  Trotz  der  vielen  aufklärenden  Schriften  und
Lehrbücher  über  den  Kunstdünger  wird  dieser  von  dem
größten  Teil  der  Verbraucher  mit  Mizrauen“  betrachtet

des  *  zu  viel  teils  dũngte  man  einseitig,  oft  mischte

man  Düngemittel,  die  nie  zusammengegeben  werden  dürfen.
Einige  kurze  Regeln  für  die  Anwendung  und  Behandlung

  von  Kunstdüngemitteln  oder  „Salzen“,  wie  sie  der  Laie

turzweg  nennt,  mögen  hier  Platz  finden.

·  17  Lege  keine  großen  Mengen  Kunstdünger  auf  Vorrat,
denn  durch  Lagern  verändern  viele  „Salze“  ihre  Beschaffenheit
  und  wirken  schädlich.