Der  Obstbau  im  Kleingartenbetrieb.  73

2.  Niemals  mische  oder  gib  zu  gleicher  Zeit:

Ammoniak,  Kalk,  Kalkmergel,  Superphosphat,  Thomasmehl,
  Stallmist,  Jauche,  Guano,  sondern  streue  sie
nacheinander  aus  in  Zwischenräumen  von  etwa  drei
Wochen.

3.  Mische  kurz  vor  dem  Ausstreuen  (stets  trocken!;:

Kalisalz  oder  Kainit  mit  Kalkarten  (Mergel,  gebranntem
oder  ungebranntem  Kalk,  Thomasmehl).

4.  Allein  Chilisalpeter  kann  mit  allen  übrigen  Düngemitteln
gemischt,  bezw.  zugleich  gegeben  werden.

Diesen  Schwierigkeiten  sowie  der  Frage,  wieviel  gestreut
werden  darf,  geht  man  am  sichersten  aus  dem  Wege,  indem
man  sich  einen  Düngungsplan  anlegt,  etwa  wie  folgt:

Ein  Obstgarten  mit  Unterkulturen  von  Beerenobst  und
Gemüse  erhält  vorteilhaft  Volldüngung  in  regelmäßigem
Turnus.

Auf  je  100  qm  Vodenfläche  kommen
alle  3—4  Jahre  (Dezember!:  Mergel  —  10—50  kg
(oder  Atzkalt  12.—16  kg),
alle  2—  3  Jahre  (Februar):  Stalldünger,  kräftige  Gabe
(110—12  Ztr.),
jedes  Jahr  im  Herbste:  40  %%/iges  Kali  =  1⅛  kg,
jedes  Jahr  im  Frühjahre:  Superphosphat  =  2  kg
(oder  Thomasmehl  —  4  kg),  schwefels.  Ammoniak
1½  kg  (oder  Chilisalpeter  -2  kg  in  2—3
Gaben  verteilt  während  der  Wachstumsperiodel)
Wird  diese  stets  wiederkehrende  Düngungsart  innegehalten,
so  kann  unmöglich,  bei  gleichzeitiger,  gründlicher  Bodenbearbeitung,
  irgendetwas  falsch  gemacht  werden.  Nochmals  bemerkt:
  die  vorstehenden  Zahlen  geben  nur  eine  Richtschnur.
Man  kann  natürlich,  je  nach  Bedarf,  teils  mehr,  teils  weniger
nehmen;  sie  genügen  jedenfalls  vollständig  für  eine  regelrechte
Düngung.  Je  gleichmäßiger  die  Düngemittel  über  die  Bodenfläche
  verteilt  und  mit  der  Ackerkrume  vermischt  werden,  umso