Vorwort.

üt  den  Zweck  der  vorliegenden  Blätter  habe  ich  mich  in
der  Einleitung  ausgesprochen.  Bei  der  Veräffentlichung  dieses
Buches  ist  es  mir  vollkommen  bewußt,  daß  eine  erschöpfende  Geschichte
  des  Krieges  zur  Zeit  noch  nicht  geschrieben  werden  kann.
Dazu  sind  die  bisher  veröffentlichten  Quellen  zu  lückenhaft  und  —  soweit
  das  Ausland  in  Frage  kommt  —  nicht  alle  in  meinen  Händen.
Besonders  für  die  späteren  Teile  des  Krieges  fließen  die  Quellen
spärlich.  Nirgends  kann  man  eingehende,  beide  Seiten  umfassende
Darstellungen  der  Kämpfe  und  der  Zusammenhänge  geben.  Auch
ist  wenig  Hoffnung  vorhanden,  daß  der  Krieg  jemals  eine  amtliche
und  gerechte  Darstellung  finden  wird.  Ein  deutscher  Generalstab,
der  diese  Aufgabe  übernehmen  könnte,  ist  nicht  mehr  vorhanden.
Unsere  Feinde  aber  sind  weder  wahrheitsliebend,  noch  gerecht.  Sie
haben  ein  lebhaftes  Interesse  daran,  die  Wahrheit  zu  bemänteln.
Unter  solchen  Umständen  wird  die  Darstellung,  soweit  man  sehen
kann,  immer  mehr  oder  weniger  auf  persönlichen  Aufzeichnungen
beruhen.  Es  ist  daher  unvermeidlich,  daß  ich  in  meiner  Schilderung
der  Ereignisse  einzelne  Fehler  gemacht  und  manche  Auslassungen  mir
habe  zuschulden  kommen  lassen.  Das  war  bei  der  Cage  der  Dinge
unvermeidlich.

Um  nichtsdestoweniger  ein  möglichst  vollständiges  und  wahrheitsgemäßes
  Bild  der  Ereignisse  geben  zu  können,  bitte  ich  die  Kameraden,
mir  ihre  Kenntnisse  von  dem  Geschebenen,  besonders  aus  persönlicher
  Wissenschaft,  oder  sofern  sie  aus  anderen  einwandfreien  Quellen
entspringen,  mitteilen  zu  wollen,  damit  ich  sie  in  einer  späteren  Auflage
  verwenden  kann,  soweit  sie  in  den  allgemeinen  Rahmen  der  Darstellung
  passen.

Allen,  die  dieser  Bitte  nachkommen,  möchte  ich  schon  hier  meinen
aufrichtigsten  Dank  sagen;  ebenso  aber  denen,  die  mich  schon  bisher
unterstützt  haben.  Unter  ihnen  bin  ich  dem  CGberstleutnant  Müller-Cöbnitz,
  dem  militärischen  Direktor  des  Staatsarchivs,  zu  besonderem
Danke  verpflichtet.  «

Die  Herstellung  der  Kartenskizzen,  die  für  das  vorliegende  Buch
nötig  erschienen,  erfolgte  in  Anlehnung  an  die  Karten  der  in  Deutschland
  erschienenen  Deröffentlichungen  über  den  Weltkrieg.  Wo  es
nötig  erschien,  wurden  die  Karten  ergänzt  und  verbessert.

Kunnersdorf  im  Riesengebirge,  im  Sommer  1021.

von  Bernhardi,
General  der  Uavallerie  z.  D.