Einleitung.  IX

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zoller  soll  uns  ermahnen,  niemals  den  Mut  zu  verlieren  und  der
Sukunft  festen  Sinnes  ins  Auge  zu  sehen.  Mag  die  Gegenwart  auch
noch  so  trübe  aussehen,  stets  wollen  wir  daran  denken,  daß  es  auch
nach  der  NMiederlage  von  Kunnersdorf  noch  ein  Auferstehen  gab.
Auch  das  Jahr  1806  mag  uns  zum  Dorbilde  dienen.  Blücher,
Gneisenau,  Scharnhorst  und  wie  sie  alle  heißen  mögen,  die  Heldengestalten
  der  Freiheitskriege,  sie  verzweifelten  nicht  an  ihrem  vaterlande,
  trotz  dessen  völliger  Miederlage;  sie  arbeiteten  an  seiner  Wiedergeburt.
  Da  schickte  Gott  das  Jahr  1812,  Mapoleons  Untergang  in
Rußland,  und  schuf  damit  die  Möglichkeit  für  den  Staat  Friedrichs
des  Großen,  seine  frühere  Höhe  wieder  zu  erreichen  und  des  unüberwindlich
  scheinenden  Eroberers  Herr  zu  werden.  Ein  Jahr
1812  wird  sich  allerdings  nicht  wiederholen,  aber  niemand  kann
wissen  oder  abnen,  was  im  Schoße  der  Sukunft  verborgen  liegt.
Bereit  aber  sollen  wir  sein,  die  mögliche  Gunst  des  Schicksals  zu
ergreifen.  Bereit  sein  ist  alles!  Darum  sollen  wir  ringen  und  arbeiten,
  daß  uns  eine  solche  Stunde  nicht  unvorbereitet  trifft.  Darum
auch  halte  ich  heute  dem  deutschen  Volke  sein  Spiegelbild  vor,  damit
  es  erkennt,  worin  es  freventlich  gesündigt,  worin  es  schwere
Schuld  auf  sich  geladen  hat,  aber  andererseits  auch  sieht,  was  alles
es  zu  leisten  imstande  ist;  wie  es  die  elt  aus  den  Angeln
heben  kann,  wenn  es  einmütig  zusammensteht  und  großen  Führern
vertrauensvoll  folgt,  nicht  aber  Leuten,  die  nur  ihre  eigene  WMacht,
ihr  eignes  körperliches  Wohlbefinden  im  Auge  haben  und  unwürdig
sind,  den  Namen  Deutsche  zu  tragen.

Es  ist  das  einzige,  was  ich  für  mein  Vaterland  noch  tun  kann.
Ich  stehe  keute  am  Rande  des  Grabes.  Bis  zur  letzten  Stunde
habe  ich  als  Soldat  für  mein  Daterland  gekämpft.  Krank  bin  ich
aus  dem  Felde  zurückgekehrt,  als  fast  der  letzte  Kanonenschuß  gefallen
war.  Jetzt  bin  ich  gezwungen,  das  Schwert  mit  der  Feder  zu  vertauschen:
  aber  so  lange  noch  ein  Atemzug  diesen  Körper  belebt,
will  ich  für  Deutschland  arbeiten  und  —  indem  ich  dieses  Buch  dem
deutschen  Volke  widme  —  das  Wort  der  Mahnung,  das  einst  unser
großer  Dichter  Friedrich  Schiller  sprach,  ihm  zurufen:  „Wir  wollen
frei  sein,  wie  die  Däter  waren.  Eher  den  Tod,  als  in  der  Knechtschaft
  leben.  Wir  wollen  trauen  auf  den  höchsten  Gott  und  uns
nicht  fürchten  vor  der  Macht  der  Menschen!“

.„  Heute  sind  wir  nur  ein  Dolk  von  Knechten,  das  sich  dem  Willen
seiner  grausamen  Feinde  fügen  muß  und  noch  keine  Möglichkeit
hat,  sich  ihm  zu  widersetzen,  da  es  sich  selbst  wehrlos  gemacht  hat.
Voch  stehen  wir  unter  der  Herrschaft  fremdvölkischer  Slemente,
die  den  deutschen  Geist  verfälschen:  Einst  aber  wird  kommen  der
Tag,  an  dem  sich  uns  ein  Weg  zur  Freiheit  öffnet.  Dann  werden
wir  ihn  betreten.  Andere  Dölker  werden  erkennen,  daß  sie  ohne
Deutschlands  Rilfe  die  Swangsherrschaft  der  englischen  Weltmacht
nicht  überwinden  können,  oder  es  werden  andere  Ereignisse  ein-